Das Wave-Duo Deine Lakaien spielte zum Abschluss seiner „Indicator“-Tour im Musiktheater Kassel

Bunter Abend der Schwarzen

Wenig Show: Alexander Veljanov beim Auftritt von Deine Lakaien im Musiktheater. Foto:  Socher

Kassel. Viele Etiketten sind dem Duo Deine Lakaien in den vergangenen Jahren angehängt worden: Darkwave, Electronic Avantgarde, Neofolk, Gothic. Wahr ist, dass es ein Musikprojekt ganz eigener Art bleibt. Gestartet in den 80er-Jahren als typisches Elektronikduo jener Jahre, hat sich die Kultformation der schwarzen Szene stetig weiterentwickelt - um mit dem Studioalbum „Indicator“ aus dem Herbst 2010 wieder bei den Wurzeln anzukommen.

Zum Abschluss ihrer Tour traten Ober-Lakaie Alexander Veljanov und Elektronik-Mastermind Ernst Horn am Sonntagabend fulminant im Musiktheater Kassel auf. Passend zur Location war schwarz dabei die dominante Farbe im Publikum. Wenn man aber melancholischen Melodiebögen, aggressiven Sounds und elektronischen Klängen Farben zuordnen wollte, muss man sagen: Die Lakaien haben einen eindrucksvoll bunten, facettenreichen Abend präsentiert. Und das, obwohl sie nach 24 Tourkonzerten doch ein wenig müde wirkten.

Bewährte Unterstützung für ihren Live-Auftritt hatten die Lakaien in den Streichern Ivonne Fechner (Violine) und B. Deutung (Cello) sowie im Gitarristen Robert Wilcocks gefunden.

Mit seiner vogelnestartigen, exzentrischen Frisur gilt der deutsch-mazedonische Sänger Veljanov als Kopf des Duos. Doch die Live-Performance der nicht mehr ganz jungen Elektronik-Avantgardisten bleibt eher verhalten. Während der Multiinstrumentalist Horn stoisch hinter Keyboard und Reglern agiert, beschränkt sich der stimmgewaltige Veljanov darauf, den Mikrofonständer im Verlauf des gut zweistündigen Abends in jeden nur erdenklichen Neigungswinkel zu bringen.

Mit sichtlichem Spaß und starker Bühnenpräsenz verrichten die Streicher ihre Arbeit, denen bei den aktuellen Arrangements eine zentrale Rolle zukommt. Dezent fällt auch die Light-Show aus.

Wirklich angenehm: Die Lakaien spielen kein „Best of“ herunter, sie nehmen sich die Zeit, das aktuelle Album mit Stücken wie „Blue Heart“, „Gone“ und „Who will Save your World“ eingehend zu präsentieren. Als Zugaben sind Band-Klassiker wie das eingängige „Fighting the Green“ und „Mind Machine“ zu hören. Am Schluss begeisterter Jubel im nicht ausverkauften Musiktheater insbesondere für die eindrucksvolle Gesangsleistung Veljanovs.

Von Albrecht Weisker

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.