Bunter Afrika-Soul: Manu Dibango im Kulturzelt

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Routinierter Altmeister: Saxofonist Manu Dibango beim Auftritt im Kulturzelt.

Kassel. Ähnlich brütend heiße Temperaturen wie am Donnerstagabend im unbestuhlten, luftig gefüllten Kulturzelt dürfte der Altmeister des röhrenden, souligen Saxofonspiels aus seiner Heimat Kamerun gewohnt sein - auch wenn er schon vor vielen Jahren in Paris sesshaft geworden ist.

Manu Dibango, lebende Legende, Begleiter diverser Weltstars und Ideengeber für ungezählte Anwender seines Instruments.

So griff der über 70-jährige Musiker mit der imposanten Statur am Ende jedes Stückes zum Handtuch, um das kahle Haupt zu trocknen.

Mit dunkler Sonnenbrille und dem treibenden Gitarrenriff des Auftaktsongs erzeugt er Assoziationen an eine andere Legende: Isaac Hayes. Überhaupt greifen Dibango und seine fünfköpfige Band in viele Schubladen des weltmusikalischen Apothekerschranks: selbstverständlich mit starker afrikanischer Färbung aus Tansania, Zaire und Kamerun über jamaikanischen Reggae wie bei „Fool up“, angloamerikanische Funk-Anleihen, Santana-mäßigen Latinrock bis zu repetitiven Salsa-Pianofiguren.

So wird ein farbenfroher Musikcocktail serviert, bei dem der Bandleader stets die Zügel des Geschehens mit seinem Saxofonspiel in den Händen hält, gelegentlich ergänzt durch seinen gutturalen Sprechgesang oder auch ein Piano-Duett mit Sängerin Céline Cheynut. Letztere schmeichelt ihren teils euphorischen Zuhörern mit dem Kompliment: „Ihr seid das beste Publikum der Welt.“ Schlagzeuger Jacques Conti-Bilong darf ein Mitklatsch-Solo mit Show-Einlagen trommeln, die übrigen Musiker agieren, wenn auch fehlerlos, eher als Begleiter denn als Solisten.

Nach anderthalb Stunden endet ein routiniertes Konzert mit einer Langversion des Hits „Soul Makossa“ als einziger Zugabe.

Kulturzelt am Samstag, 19.30 Uhr: Quadro Nuevo, das Konzert von Pianist Michael Wollny wurde von diesen Sonntag auf den 18. August verlegt.

Von Wolfgang Wollek

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