Am kommenden Wochenende treffen sich Hippies aus ganz Europa beim Herzberg Festival

Die Mutter aller Open Air Festivals

+
Star(s) des Herzberg Festivals 2013: Die US-Jam-Band Gov't Mule mit ihrem Ausnahmegitarristen Warren Haynes (2. von rechts), ehemals Gitarrist der Allman Brothers. Seine Diskografie umfasst aktuell 117 Alben von Filmmusik über Rock bis Country, auf denen er mitspielte oder für die er komponierte.

Kassel/Bad Hersfeld. Im Sommer  1968, ein Jahr vor Woodstock, hatten die Musiker der Band The Petards aus Schrecksbach in der Schwalm eine Idee, deren Folgen sie weder geplant hatten noch ahnen konnten

Mit dem ersten Herzberg-Festival legten sie den Grundstein für das heute größte Festival seiner Art in Europa, das am kommenden Wochenende wieder weit über 10.000 Fans in den südlichsten Teil von Nordhessen lockt.

Die Petards, seinerzeit einer der erfolgreichsten „progressiven“ Rock Bands in Deutschland, luden in Ermangelung einer geeigneten Halle befreundete Gruppen wie Amon Düül, Guru Guru und Can zu einem musikalischen Treffen auf die benachbarte Burg Herzberg ein. Musik unter freiem Himmel, dazu im Gras liegen, knutschen und entspannen, so etwas hatte es zuvor nicht gegeben. Klar, dass das Festival im Woodstock-Sommer 1969 wiederholt und in den folgenden Jahren immer größer wurde. 

Musikalische Veränderungen

Einer, der damals schon mit seiner Band Kraan und einer getürkten Biografie (denn er war noch minderjährig) dabei war, wird auch dieses Jahr auf dem Herzberg-Festival spielen: Hellmut Hattler tritt mit der nigerianischen Sängerin Siyou als Duo Siyou’n Hell am Freitag auf (13.30 Uhr). So wie sich Hattler über die Jahre vom „Krautrocker“ zu einem der experimentierfreudigsten (Tab Two) und mit vielen Preisen ausgezeichneten Musiker entwickelt hat, hat sich auch die Musik auf dem Herzberg Festival verändert.

Angesichts der Festival-Höhepunkte Les Tambours de Bronx (Donnerstag, 21.30 Uhr), Garland Jeffreys (Samstag, 14 Uhr), Levellers (Samstag, 18.30 Uhr) und den Spin Doctors (Sonntag, 21 Uhr, einziges Konzert in Deutschland) muss man bei Steve Hackett, der die Musik seiner Ex-Band Genesis in einer großen Show wieder aufleben lässt, schon von einem „Oldie“ sprechen. Doch das Publikum wird es sicherlich begrüßen, „The Carpet Crawlers“ oder „11th Earl of Marl“ mal live zu hören. 

Kompliment an die Veranstalter

Die US-Band moe., deren Fans sich sinnigerweise „moe.rons“ (moron, engl. = Volldepp) nennen, gibt am Donnerstag (23.45 Uhr) auf dem Herzberg-Festival ihr einziges Konzert in Europa. Eine große Ehre für die Veranstalter, ebenso auch die Zusage der aktuell wohl bedeutendsten Gruppe im Künstler-Kalender 2013: Gov’t Mule mit ihrem Ausnahmegitarristen Warren Haynes.

Offensichtlich hat es sich auch in den USA herum gesprochen, dass der „Geist von Woodstock“, nämlich ein friedliches Musikfestival mit im Umgang untereinander liebevollen Menschen nicht nur in Nordhessen erfunden wurde sondern auch auf dem Herzberg Festival weiter lebt.  (von Wilhelm Ditzel)

Vom Festival wird es im Laufe des Wochenendes Fotostrecken auf www.hna.de geben.

Ein Video mit raren Aufnahmen vom Burg Herzberg Festival aus dem Jahre 1970 gibt es hier:

The Petards 1970 auf Burg Herzberg

Festival-Infos:

Burg Herzberg Festival 2013: 18. bis 21. Juli 

DasFestivalgelände liegt an der B 62 auf halber Strecke zwischen Bad Hersfeld und Alsfeld 

DieA 7-Autobahnabfahrt  heißt „Niederaula“.

DerEintrittspreis für alle Tage – Anreise schon am 17. Juli möglich – kostet inklusive Parken und Campen: 105 Euro 

Tageskarten kosten für Samstag und Sonntag im Doppelpack 75 Euro, für den Sonntag alleine 35 Euro.



Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.