Caricatura macht mit bei „Charlie Hebdo“-Präsentation

Karikatur von Honoré: „Achtung, damit wir nicht auf Griechenland treten.“

Kassel. Die Kasseler Caricatura-Galerie beteiligt sich an einer Online-Ausstellung über das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“.

Die Präsentation www.museen-fuer-satire.com stellt ein gutes halbes Jahr nach dem blutigen Anschlag auf die Pariser Redaktion die getöteten Zeichner und deren Themen vor. Eine große Riege von Karikaturisten sei ausgelöscht, sagte die Direktorin des Museums Wilhelm Busch in Hannover, Gisela Vetter-Liebenow, bei der Vorstellung der Webseite: „Die Zeichner fehlen.“

Kooperiert haben für den repräsentativen Überblick, der aus der Sichtung von über 250 Heften der Jahrgänge 2010 bis 2015 hervorgegangen ist, „freundschaftlich miteinander verbundene“ Institutionen, wie Saskia Wagner von der Caricatura sagt: neben den Kasselern und dem Wilhelm-Busch-Museum das Caricatura Museum Frankfurt und das Cartoonmuseum Basel. Unterstützt wurden sie von „Antenne Métro-pole“, einer der Kultureinrichtungen im Netzwerk des „Institut français“ Deutschland.

Es gehe darum, die wichtige Tradition der Satire in Frankreich darzustellen, das Spektrum der Zeichner deutlich zu machen, sagte Wagner gegenüber Radio HNA: „In Deutschland kommen immer nur Momentaufnahmen an.“ Es gebe erheblichen Informationsbedarf. Religionskritik etwa spielte bei „Charlie Hebdo“ nicht die Hauptrolle. Die überwiegende Mehrheit der Titel behandelte politische Fragen, gefolgt von Wirtschaft und Sozialem sowie Sport und Kultur. Wagner versteht die Online-Ausstellung auch als „Solidaritätsbekundung“: „Es ist uns ein Anliegen, uns zu positionieren.“ Der Anschlag mit zwölf Toten sei „so völlig unakzeptabel“ gewesen: „ein unfassbarer Vorgang“. „Unser Anliegen ist auch, das Bewusstsein für das hohe Gut der Meinungs- und Kunstfreiheit zu schärfen“, sagte Vetter-Liebenow.

Alle auf der Internetseite präsentierten Karikaturen sowie Texte von Zeichnern wurden ins Deutsche übersetzt. Es gibt einen umfangreichen Medienspiegel, allgemeine Texte zu Karikatur und Satire, zudem wird das Satireblatt in seinen gesellschaftlichen Kontext eingeordnet.

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