Carmen Souza und Band mit feuriger Weltmusik

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In vielen Stilen zu Hause: Die Sängerin Carmen Souza bei ihrem Kasseler Auftritt.

Kassel. Gut hundert Zuhörer hatten sich am Sonntagnachmittag bei Schmuddelwetter in der Kreuzkirche eingefunden, um sich von Carmen Souzas ausdrucksstarkem Gesang wenigstens Ohren und Gemüt wärmen zu lassen.

Bereut hat es sicher niemand, breitet die Sängerin mit kapverdischen Wurzeln bei der Vorstellung ihrer nach einem heimatlichen Gericht benannten „Kachupada“-CD doch einen bunten Teppich an Klangfarben und Rhythmen aus.

Auch wenn sich die sehr engagierten, in portugiesischem Kreol geschriebenen Texte für das hiesige Publikum leider weitgehend verschließen, wirkt die Kraft der von einem ausgezeichneten Quartett in Szene gesetzten Musik umso stärker. Mauricio Zottarelli hat sein Drumset um Cajon und Bongos erweitert, um die Stilvielfalt kraftvoll und authentisch zu servieren, Pianist Jonathan Idiagbonya glänzt in perlenden Jazzsoli, und Carmen Souzas langjähriger kongenialer Partner und Komponist der meisten Titel, Theo Pascal, lässt seinen Kontrabass schnurren.

Carmen Souza, mit raffiniert abgedämpftem Instrument auch als Gitarristin versiert, ist mit ihrer variablen Stimme in vielen Stilen bestens zu Hause: Dem Jazzvorbild Horace Silver wird im Klassiker „Song for my father“ mit flinken Scatvocals gehuldigt, „Sous le ciel de Paris“ entführt sogar kurz nach Frankreich.

Im Zentrum ihres Repertoires stehen aber die Songs im für die Kapverden typischen Afro-Latin-Stil mit ihrem dichten Rhythmusgeflecht, über das sich entspannte, elegant fließende Gesangslinien legen.

Anhaltender Beifall und zwei Zugaben.

CD: Carmen Souza „Kachupada“, Galileo GMC053

Von Hartmut Schmidt

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