CD-Tipp: Janine Jansens Lieblingsstücke

Klassik-Alben folgen meist einer bestimmten Marketing-Idee. Die niederländische Geigerin Janine Jansen (35), die als Download-Königin gilt, als meistgehörte Geigerin auf dem iPod, hat sich jetzt aber bei ihrer Plattenfirma Decca einmal einen Herzenswunsch erfüllen können.

Sie hat ihre Lieblings-Kammermusik eingespielt - und das mit musikalischen Freunden, denen sie seit Jahren verbunden ist.  Die beiden Hammerstücke, die Janine Jansen ausgesucht hat, verlangen vom Hörer eine gewisse Anstrengung: Arnold Schönbergs Streichsextett „Verklärte Nacht“ op. 4 nach dem gleichnamigen Gedicht von Richard Dehmel und Franz Schuberts fast einstündiges Streichquintett C-Dur D 956. Wer sich auf diese Werke einlässt, wird reich belohnt. Die bei Schubert fünf, bei Schönberg sechs Musiker sind exzellente Instrumentalisten. Sie bilden keine feste Formation, kennen sich aber gut. Beste Voraussetzung für ein Musizieren, das fraglos homogen und doch in jeder Stimme individuell ist.

Wer Janine Jansen im vergangenen November bei ihrem Kasseler Konzert gehört hat, kann ermessen, mit welcher Intensität die Musiker zu Werke gehen - ohne aber eine permanente Überspannung zu erzeugen. Beide Werke dürften wohl kaum in packenderen und nuancenreicheren Einspielungen vorliegen. Ein Wunder an immer neuen Beleuchtungen ist insbesondere der fast 20-minütige Eingangssatz des Schubert-Quintetts.

Von Werner Fritsch

Janine Jansen und Freunde: Schönberg: Streichsextett „Verklärte Nacht“, Franz Schubert: Streichquintett C-Dur, Decca.

Wertung: Fünf von Fünf Sternen

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