CD-Tipp: Mit den Swans ins Licht tanzen

Wieso Michael Gira die Swans wiederbelebt hat? Obwohl er sie 1997, zwei Jahre nach Erscheinen von „The Great Annhilator“, mit den Worten „Swans are dead!“ für tot erklärt hatte? Gegenfrage: Wieso leckt sich der Hund die Eier? Na? Weil er’s kann!    

Richtig wiederbelebt hat Gira die 1982 in New York gegründete No-Wave-Noise-Gruppe sowieso nicht. Zuletzt unterhielt der Sänger und Gitarrist die Angels of Light. Eine Band, die in wechselnder Besetzung das dunkelromantische Noise-Erbe der späten Swans weitertrug.     2010 legte Gira wieder los, mit dem grandios-wuchtigen „My Father Will Guide Me Up A Rope To The Sky“. Nun die Steigerung von Musik zu einer Art Gottheit: mit der 120-minütigen Doom-Folk-Prozession „The Seer“.     Das Leise und das Anschwellen und der Krach. Jubilieren - ob seiner grenzenlosen Schönheit. Brutalität, Wahrhaftigkeit, Sehnsucht, Hass, Versöhnung, Todestrauer. „The Seer“, eingespielt von einer fünfköpfigen Stammcrew mit einem großen Schatz an Instrumenten - Dudelsäcken, Cello, Glockenspiel, Mandoline, Kontrabass und mehr -, ist das perfekte späte Swans-Album.     Mit episch-majestätischen Schritten tanzt es sich so vom Weltuntergang ins Licht und umgekehrt. Als ob schunkelnde Dampfwalzen am Wegesrand stünden. Und in der Hosentasche trägt Michael Gira die Stimme von Nick Cave spazieren. Einen intensiveren Sänger als diesen gibt es nicht.

Michael Saager Swans: The Seer (Young God / Cargo Records).

Wertung: Fünf von fünf Sternen

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