Die Formation Julie Et Moi begeisterte im Kulturzentrum Schlachthof mit originellen Arrangements

Ein Chanson geht auf Reisen

Boten dem Publikum im Schlachthof chansonneske Weltmusik: Sängerin Julie Lenormand und Stéphane Danielidès am Helikon von der Band Julie Et Moi. Foto: Schippers

Kassel. Auf eine musikalische Reise von Paris über den Indischen Ozean bis in die Karibik hat die Formation Julie Et Moi ihre Zuhörer im gut gefüllten Kulturzentrum Schlachthof mitgenommen. Sängerin und Songschreiberin Julie Lenormand, ihr Freund Stéphane Danielidès am Helikon, einem tubaartigen Blasinstrument, Daniel Duchowney an der Perkussion und Benjamin Chabert an Gitarre und Banjo erzählten ihrem Publikum auf einfühlsame und manchmal auch verrückte Art und Weise Geschichten über das Leben, die Liebe und fremde Welten.

Mit viel Charme, Leichtigkeit und Witz führte die vierköpfige Band mit eigenen Stücken und mit eigenwillig interpretierten Cover-Versionen – darunter beispielsweise Tom Waits Song „I Don’t Wanna Grow Up“ – durch den Abend. Ihre Weltmusik war dabei faszinierend arrangiert und bot einen Stilmix aus französischem Chanson und lateinamerikanischer sowie afrikanischer Musik, angereichert mit Country-, Reggae- und Pop-Elementen.

Mal beschaulich, dann verspielt-witzig, mal expressiv, dann wieder zart, baute die Musik eine intensive Stimmung auf und nahm die Zuhörer mit in ferne Länder. Dabei gab Sängerin Julie den Liedern mit ihrer dunklen, warmen Stimme und ihrer lebhaften Mimik eine gefühlvolle Tiefe und setzte mit dem Akkordeon starke Akzente. Getragen wurde sie dabei vom tiefen Klang des Helikons, das mal marsch- und mal walzerartig für den Bass sorgte.

Die Perkussion gab den Takt vor – meist dezent und oftmals ungewöhnlich. Dazu setzte der aus Argentinien stammende Schlagzeuger auch schon mal eine Käsereibe als Instrument ein und entlockte ihr ungeahnte Töne. Die Gitarre und vor allem das helle Banjo setzten melodische Kontrapunkte. Es war Musik mit Ecken und Kanten, die trotzdem weich und atmosphärisch klang. Kein Stück ohne Rhythmus- und Stilwechsel, der immer wieder in die Musik hineinzog und verzauberte. Und dabei blieb es doch Chanson.

Humorvoll war das Wechselspiel der Bandmitglieder mit dem Publikum. Besonders deren charmante Bemühungen in der deutschen Sprache sorgten für einige Lacher. Am Ende gab es lang anhaltenden Applaus und Bravo-Rufe, für die sich Julie Et Moi mit zwei Zugaben – eine davon mitten im Publikum – bedankte.

Von Nicole Schippers

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