Die norwegische Indiepop-Band Kakkmaddafakka präsentierte ihren verspielten Stilmix im Kulturzelt

Charmante Lausbuben auf Tour

Mit ganz viel Spaß: Kakkmaddafakka mit Sänger und Gitarrist Axel Vindenes, dahinter Kristoffer van der Pas (Schlagzeug) und Lars Helmik Raaheim-Olsen (Gesang, Percussion). Foto: Fischer

Kassel. Beach Boys are back – möchte man nach dem Konzert der norwegischen Band Kakkmaddafakka am Sonntagabend im Kulturzelt fast festhalten. Natürlich die Beach Boys in modernisierter Form, die vor allem in der Lage sind, verschiedene Musikstile sehr gekonnt zu kombinieren.

Mit vielen „Ohs“ und „Yeahs“ auch in den höchsten Tönen und energiegeladenen Sprüngen auf die Bühne beginnt das Konzert der Indiepop-Band um die beiden Brüder Axel und Pål Vindenes. „Wouldn’t it be nice“ könnte man manchmal fast summen …

Aber eindeutig zuordnen lässt sich die Band nicht: So mischen die Musiker Indie-Elemente als Grundnuance mit Reggae, Disco, Pop und auch mal ironisiertem Rap. Bereits der Name Kakkmaddafakka ist letztlich ein Spiel mit veralberten Rap-Klischees.

Überhaupt scheint sich die Band selbst nicht ganz ernst zu nehmen, was sympathisch-lausbubenhaft anmutet und für einige Lacher und Begeisterungsrufe bei den rund 900 Zuschauern sorgt. Die Musiker spielen mit Rockstar-Stereotypen, knien sich bei Gitarrensoli exzessiv auf den Boden und versuchen sich auch mal im Headbangen.

Mit den Liedern von Kakkmaddafakka – präsentiert in niedlich-norwegischem Akzent – entstehen Bilder von einem Road-Trip ans Meer mit segelohrigen Surfer Boys, welche die ganze Zeit schmutzige Scherze im Auto machen. Musikalisch ist das nicht immer tiefgründig, aber eingängig, vieles hat Hit-Potenzial. Die Songs plätschern angenehm leicht dahin, reißen oftmals auch mit und animieren zum Mittanzen.

Auch der Ursprung der Band in einem Jugendzentrum im norwegischen Bergen ist unverkennbar und Teil ihres Charmes. „Is she old enough for me?“, fragt sie in einem ihrer Texte. Es geht um Jungs, die sich zu wenig um ihre Mädchen kümmern, Ausflüge mit gestohlenen Fahrrädern, um Einsamkeit und darum, wie man ein Gangster und cool werden kann.

Dabei ist Kakkmaddafakka exemplarisch für eine Band, wie sie heute erfolgreich sein kann. Die Bandmitglieder wollen sich nicht auf einen Musikstil festlegen – warum auch, wenn so vieles interessant und schön ist? –, spielen puzzleartig mit den unterschiedlichsten Stilelementen und haben vor allem ganz viel Spaß dabei. Das Publikum ist überzeugt und macht jeden Schalk mit, den die Bandmitglieder verlangen. „We didn’t know that we have 900 friends in Kassel“, sagt Sänger Axel Vindenes. Zum Abschied knien sich alle stehenden Zuschauer im Kulturzelt auf den Boden und verabschieden die Musiker mit einem Sprung in die Luft.

Nächste Termine, jeweils 19.30 Uhr: Mittwoch: Wanda, Donnerstag: Bosse.

Von Yvonne Albrecht

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.