Charmante Mischung: Boogie & Soul mit Phunkophonic im Schlachthof

Musikalisches Highlight: Carmine Biscosi (links) und Marjana Lind begeisterten mit ihrem Gesang im Kulturzentrum Schlachthof die Zuhörer. Foto: Fischer

Kassel. Die Musiker der Band Phunkophonic haben bewiesen, dass sie die Spezialisten sind, um den energetischen Soul der US-amerikanischen Gruppe „Tower of Power“ in authentischer Großbesetzung perfekt auf die Bühne zu bringen.

Eine Funk-Elf mit doppelten Lead-Vocals, einer treibenden Rhythmusgruppe und der typischen opulenten Bläser-Sektion stellte am Samstagabend im gut besuchten Kulturzentrum Schlachthof die leider viel zu kurze CD vor.

Anlass für die Produktion sind auch die ersten eigenen Kompositionen, hier zeigen sich drei originelle Ansätze, den „Tower of Power“-Sound weiterzudenken: Rolf Raschs „Good old times“ erwies sich titelgerecht als eingängiger zupackender Boogie, eine wunderbare Plattform für Rolfs strahlende Altsaxofon-Soli.

Die Brüder Hartl schrieben mit „Dammi solo un ora“ Carmine Biscosi ein witziges italienisches Jazz-Dramolett auf den Leib, eine charmante Mischung aus Bigband-Swing und angeschrägten Bläser-Aktionen, allein von dieser Sorte hätte man gern eine ganze CD.

Soul auf Deutsch

Thorsten Drücker öffnete ein völlig anderes Fenster und riskiert als Texter und Komponist sogar Soul auf Deutsch. „Du hast nichts von dem erreicht, was du wolltest, aber tausendmal mehr als du denkst“, reflektierte Marjana Lind mit klarer Soulstimme und dann im Funky Sound: „Zeit heilt Wunden“. Zwei Titel, die im positiven Sinne für einen Song-Contest geeignet wären.

Das zweite Set des Abends stand ganz im Zeichen von „Tower of Power“ und präsentierte die Band in bester Spiellaune: Carmine Biscosi als stimmgewaltiger Gute-Laune- Kobold, Marjana Lind mit ihrem variablen Soul-Timbre als ebenbürtige Gesangspartnerin, dazu als treibende Kraft am Schlagzeug Bandleader Rainer Hartl, der mit seinem hammerharten Timing die Funk-Maschine auf die nötige Umdrehungszahl brachte. Die Bläsersätze zerschnitten die Luft und als musikalische Chilischote mischte der quirlige Thorsten Drücker das Geschehen mit seiner angezerrten E-Gitarre auf.

Am 20. April ist die Phunkophonic-Crew im Lohfeldener Löwenhof zu Gast. Allen tanzwütigen Soul- Funk-Fans sei dieser Termin empfohlen.

Von Hartmut Schmidt

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