Ein charmanter Virtuose: Gitarrist Michael Fix im Schlachthof

Musikalisch perfekt, menschlich berührend: Gitarrist Michael Fix im Schlachthof. Foto:Schachtschneider

Kassel. „Guude Abend. Ick komme aus Australien, aber nick wegen eusch.“ Gut gelaunt klingt schon die Begrüßung von Michael Fix, einem der führenden australischen Akustik-Gitarristen, und gut gelaunt klingt auch sein erstes Stück am Mittwoch im Rahmen des Saitenzauber-Festivals im Schlachthof vor 50 Besuchern.

Das Programmheft hat ihn als „Finger-Style-Zauberer“ angepriesen. Der vielseitige Gitarrist bestätigt das rasch. Sein Repertoire enthält Jazz, Blues, klassische Musik und Country-Anleihen. Von seiner Tournee durch Afrika hat er sich ebenfalls inspirieren lassen und los geht’s: Der Gitarrenkörper wird zur Trommel, der Rhythmus lädt zum Stuhlwippen ein. Fix spielt unglaublich. Musik und Ausstrahlung des Künstlers - purer Sonnenschein.

Zwischen den Stücken erzählt er kleine Geschichten: „In Afrika habe ich in einer Küche vor Frauen gespielt. Sie haben sofort getanzt.“ Beim Thema Afrika blickt er auch auf einen Titel der legendären Formation Toto, spielt deren gleichnamigen Hit. Gekonnt und federleicht verschmilzt er Musik und Gesangslinien per Finger-Picking. Bestens gelaunt schickt er auch beständig Späße in den Saal: „Die wichtigsten Musikalben? Die von den Beatles, von Pink Floyd und – Heino.“ Warum er so gut Deutsch spricht? „Ick habe ein Buch gelesen. Deutsch lernen in zwei Tagen.“

Wie vielseitig er ist, beweist Fix auch bei der Interpretation des Beatles-Klassikers „Blackbird“. Auch den Gesang übernimmt er hier und überzeugt damit ebenfalls. Klangschön und markant klingt seine Gesangsstimme. Die Höhepunkte aber sollten erst noch folgen: „Remembering Ray“, eine Widmung an seinen Freund aus Kinderzeiten, mit dem er begann, Musik zu machen. „In diesem Jahr ist er gestorben“, erzählt Fix und lässt eine berührend romantische Komposition folgen.

Auch darauf, klassische Musik auf der Gitarre zu interpretieren, versteht sich Fix ausgezeichnet. Stücke von Bach, Ravel, Mozart folgen – der Australier bringt sie frisch, gekonnt und ursprünglich. Viel Applaus für diesen großartigen Gitarristen, der auch menschlich berührte.

Von Steve Kuberczyk-Stein

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.