Charme einer WG: Gregor McEwan im Schlachthof

Kassel. Schottischer kann ein Name kaum klingen - dachte sich wohl der westfälische Sänger und Gitarrist Hagen Siems und nannte sich Gregor McEwan. Das erscheint konsequent, wenn man Songs auf Englisch schreibt.

Am Familien-Fernsehabend des Samstags schafften der 29-Jährige und seine fünfköpfige Band es jedoch nicht, das Kulturzentrum Schlachthof zu füllen. Viel mehr als dreißig Leute vermochten sie nicht von den Sofas zu locken.

Drei von McEwans Musikern bestritten als Formation Trapped Inside The Chase die Eröffnung, deren rauer und ungeschliffener Sound einen unerwartet starken Kontrast zum nachfolgenden Hauptact bildete. Dieser begann solo mit einer Interpretation von Natalie Imbruglias „Torn“, wobei die Stimme in den hohen Tonlagen ein wenig wackelig klang.

Anschließend präsentierte McEwan in einem einstündigen Set („Bei einem Debüt hat man nicht so viel“) Lieder seines viel gepriesenen Erstlingswerks „Houses And Homes“, die in melancholischer Stimmung um die großen Themen Leben, Liebe und Heimat kreisen. Dabei ließ sich der Songwriter überaus sparsam von seiner Band begleiten. Die lehnte sich dann auch schon mal entspannt zum Zuhören zurück und genoss dazu ein Bier. Ergänzt um flapsige, anekdotenhafte Ansagen offenbarte die Gruppe den Charme einer leicht alternativen, nicht zu ausgeflippten Studenten-WG. Dem jungen Publikum gefiel’s.

Die Eigenkompositionen mit passagenweise nahezu meditativem Charakter wirkten am intensivsten, wenn McEwan sich allein auf der akustischen Gitarre begleitete. In diesen Momenten hätte man eine Stecknadel fallen hören. Als Zugaben boten McEwan und Co den besinnlichen Beatles-Klassiker „In My Life“ sowie einen kostenlosen Percussion-Workshop.

Von Wolfgang Wollek

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