Die A-cappella-Boygroup The Magnets eröffnete „Fritzlar vor dem Dom“ mit einem kurzweiligen Konzert

Charme, Spaß und Unterhaltung

A-cappella-Gesang und britischer Humor: The Magnets bezauberten das Publikum vor dem Fritzlarer Dom. Foto: Zerhau

Fritzlar. Dass sich die Organisatoren des Kultursommer Nordhessen nicht dazu verleiten lassen, ihre exklusiven Spielstätten nur mit etablierter Hochkultur zu füttern, kann man nicht hoch genug wertschätzen. Schlösser, Kirchen und Museen verbinden sie über ein zeitgemäßes Veranstaltungsangebot mit der Moderne und öffnen damit die Grenzübergänge zwischen den Generationen.

Bei dem A-cappella-Konzert der englischen Boygroup The Magnets zur Eröffnung des Festivals im Festival „Fritzlar vor dem Dom“ auf der Außenbühne sorgte dementsprechend ein bunt gemischtes Publikum für volle Sitzreihen und prächtige Stimmung. Vom Weizenbier bis zur Crêpe mit Spinatfüllung und Balsamico war für jeden etwas dabei und mit sportlich-eleganter Abendgarderobe huldigte man den sommerlichen Temperaturen.

Den nötigen Schwung brachten dann die sechs Sonnyboys aus London mit, die mit choreografischer und programmatischer Schwerelosigkeit für kurzweiligen Hochgenuss sorgten. Popmusik in allen Variationen, angedeutet, kombiniert oder interpretiert - The Magnets turnten ein zitategetränktes Standardprogramm, ohne Höchstschwierigkeiten und Medaillenanspruch. Im Vergleich zu den Intonationsgladiatoren von Cadence und den Stimmgiganten von Naturally 7 werfen sie britisches Lebensgefühl und viel Humor in die Waagschale.

Beatboxer Andy Frost und Fraser Collins als Tiefbass bilden ein fantastisches Rhythmusduo, das sich von der Ballade bis zum modernen Housetrack allen Tempi und Tonlagen gewachsen fühlt. In der Mitte wird es dann manchmal etwas lau.

Die feine Schichtung der Einzellinien zum polyfonen Klang gelingen Nic Doodsen, Steve Trowell, James Fortune und Michael Welton zu selten, und auch den Solostimmen fehlt an diesem Abend die emotionale Tiefe. Doch mit Charme, Entertainment und Coolness pinselt man das einfach weg und mit Songs von Fatboy Slim, The Killers und den Jackson Five hat man auch eine überraschende Mischung im Gepäck.

Höhepunkte waren das Geburtstagsständchen für Jürgen aus dem Publikum, das Drumsolo von Andy Frost und das alfabetisch sortierte 26-Songs- Medley zum Mitraten.

Bei „Blame it to the Boogie“ provozierte man den erotischsten Beckenschwung des Abends, der allerdings im Publikum kaum ein Echo fand. So weit wollte man dem englischen Humor nun doch nicht folgen. Großer Applaus.

Fritzlar vor dem Dom heute, 21 Uhr: Operngala mit Solisten und der Smetana-Philhamonie Prag, Dirigent: Hans Richter. Restkarten (20/17 Euro) gibt es an der Abendkasse.

Von Andreas Köthe

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