Eine Fan-Initiative auf Facebook kapert die englische Hitparade

Mit Wut in die Charts

Zack de la Rocha

Als Weihnachtssong eignet sich die Wham-Schnulze „Last Christmas“ besser, aber die Geschichte um das Lied „Killing In The Name“ der US-Band Rage Against The Machine ist so gut, dass man ihr den Triumph in den Hitparaden gönnt. Seit vier Jahren belegen die Sternchen der Casting-Show „The X Factor“, dem britischen Gegenstück zu „Deutschland sucht den Superstar“, zu Weihnachten die Spitze der Single-Charts im Königreich.

Weil das Show-Finale erneut kurz vor Weihnachten stattfand, galt der Sieger Joe McElderry mit seiner Ballade „The Climb“ als Nummer-eins-Favorit für Weihnachten. Nun aber kapern Fans von Rage Against The Machine die Hitparade. In der Internet-Gemeinschaft Facebook haben sie eine Gruppe gegründet, die „Killing In The Name“ nach oben hieven will. „Habt ihr es auch satt, dass ein Karaoke-Act die Weihnachts-Nummer-eins wird?“, fragen sie und rufen dazu auf, die aus dem Jahr 1992 stammende Single herunterzuladen - mit Erfolg.

Mittlerweile hat die Gruppe fast 120 000 Anhänger, und bei iTunes sowie im Amazon-Shop rangiert die wütende Polit-Nummer auf Platz 1. Dass sich ausgerechnet Fans von Rage Against the Machine gegen den Casting-Wahn wehren, hat Symbolcharakter. Das Quartett aus Los Angeles formulierte in seinen Crossover-Songs aus Rap, Rock und Funk stets einen politischen Anspruch.

In „Killing In The Name“ wettert Sänger Zack de la Rocha gegen die Ungerechtigkeit der US-Gesellschaft und schreit 17-mal das Wort „Fuck“. Das Cover zeigt den brennenden vietnamesischen Mönch, der sich 1963 aus Protest gegen Unterdrückung der Buddhisten in Saigon anzündete. Selten war Rock so wütend und politisch. Die Unterhaltungsmacher von „The X Factor“ können damit nichts anfangen. Juror Simon Cowell findet die ganze Aktion nur „blöde“. Foto: dpa

Von Matthias Lohr

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