Die Charts-Stürmer Laing drehten im Schlachthof richtig auf

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Aufgeweckte Performance: Dabei sind die Laing-Frauen Johanna Marshall (links) und Nicola Rost mit dem Hit „Morgens immer müde“ bekannt geworden.

Kassel. Ein glitzerndes Gesamtpaket aus Musik, Mode, Tanz und deutschen Texten begeisterte am Freitag im Schlachthof bei der Berliner Frauenband Laing.

Eine angesagte Gruppe, spätestens seitdem sie im Herbst mit „Morgens immer müde“ den zweiten Platz beim Bundesvision Song Contest errungen hat. „Restlos ausverkauft“ stand denn auch beim Eingang des Kulturzentrums.

Mit dem Motto Electric Ladysound bringt die Band um Nicola Rost so unterschiedliche Stile wie Neue Deutsche Welle und Soul unter einen Hut. Live kommen die elektronischen Sounds von einer Zuspielung. Nicola Rost, Atina Tabiei Razligh und Johanna Marshall singen und tanzen zu den geschmackssicher vorproduzierten Klängen. Und sie haben sehr viel Spaß.

Auf einer bis Zehn reichenden Destiny’s-Child-Skala könnte man ihnen eine Acht geben. Die Gesangsharmonien und Choreografien sind zwar (noch) nicht überperfekt, was bei der aufgeweckten Performance aber auch nicht viel ausmacht. Wunderbar lässig in der deutschen Phrasierung ist der Leadgesang von Nicola Rost.

In eine einzige Schublade lassen sich Laing nicht stecken, und als Pop-Hoffnung vereinen sie kommerzielle Eingängigkeit mit kreativer Frechheit. Bei einem Lied über Nachrichten staunt man über die Zeile „Mein Hund kriegte Junge, Clinton einen geblasen“.

Dann wieder rezitiert Rost den traurigen Text „Wenn du aufgibst, geb ich auch auf“ wie in einem sensiblen Lyrik-Vortrag. Und als jemand den Titel des Laing-Albums „Paradies naiv“ weiß, kündigt sie als Belohnung einen Bärchenstempel im Hausaufgabenheft an.

Das alles bringt beste Laune in den prall gefüllten Club - wie die virtuosen Einlagen der Tänzerin Marisa Akeny. Vielleicht ein Symbol für weibliche Hegemonie: Hinten saß der Schlagzeuger Milian Vogel, der mit Sänger Tille im Duo Nias auch das Vorprogramm für die munteren Ladys bestritt.

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