Christian Durstewitz in den Kasseler Nachthallen: Das Zeug zum großen Star

Kassel. Vielleicht wird man sich in einigen Jahren, wenn Christian Durstewitz längst eine gestandene Größe im Pop-Geschäft ist, an diesen Moment erinnern, der zunächst gar nicht gut aussah für den Musiker aus Altenlotheim.

Der 20-Jährige hatte gerade die Bühne betreten beim HNA-Konzert in den Kasseler Nachthallen und noch keine Zeile gesungen von George Michaels „Faith“, da fiel seine Gitarre aus. Andere wären in diesem Moment versunken, aber Dursti, wie ihn seine Fans nennen, blieb cool wie ein Großer, sagte „Scheiße, wie geil“, ließ sich eine Ersatzgitarre geben und rockte den Club danach, als hätte er nie etwas anderes gemacht.

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„Ist jemand aus Altenlotheim hier?“, fragte er in der Zwangspause, und als sich aus allen Ecken des Saals Einwohner des 700-Einwohner-Dorfes im Kellerwald meldeten, sagte der lustige Entertainer Durstewitz: „Altenlotheim gibt es wirklich, das habe ich mir nicht ausgedacht.“ Auch seine Erfolgsgeschichte ist nicht ausgedacht: Erst beeindruckte der Abiturient in Stefan Raabs Casting-Show „Unser Star für Oslo“ ein Millionenpublikum, und nun bewies der Multiinstrumentalist vor 1000 Zuschauern in den ausverkauften Nachthallen fast zwei Stunden lang, dass er tatsächlich das Zeug zum Star hat.

Er braucht nicht einmal eine Band, sondern nur eine funktionierende Gitarre und wie in Kassel seinen Kumpel Bastian Tihanyi an der Kistentrommel Cajon. Durstewitz hat vor allem ein Faible für die ruhigen Stücke. Das merkt man an seinen ausgereiften Eigenkompositionen, aber auch an Cover-Versionen wie bei der Metallica-Ballade „Nothing Else Matters“. Es ist mehr als nur ein Wortspiel, wenn ihn Show-Moderator Matthias Opdenhövel „Schmusewitz“ nennt.

Aber er kann auch anders. Das bewies er vor allem mit Überraschungsgast Kerstin Freking. Die 21-Jährige aus Osnabrück hatte es wie Durstewitz ins Halbfinale geschafft und bereicherte den Abend mit elegischen Gänsehautnummern. Als das Duo eine schöne Akustikversion von „Satellite“ spielte, dem Song, mit dem Lena Meyer-Landrut beim Grand-Finale in Oslo punkten will, wusste man, dass auch Durstewitz und Freking dort eine gute Figur abgegeben hätten. Durstewitz könnte unser Star für die Zeit nach Oslo werden. Denn, wie hieß es auf einem Flyer, der am Eingang verteilt wurde: „Sind wir nicht alle ein bisschen Dursti?!“

Von Matthias Lohr

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