Cindy aus Marzahn in Kassel: Politik im Jogginganzug

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Er machte die gestandene Entertainerin sprachlos: Der siebenjährige Erik aus Oberthalhausen war Cindys Prinz des Abends.

Kassel. Kreischalarm in der Kasseler Stadthalle: Unter dem Motto „Pink is bjutiful“ feierte Cindy aus Marzahn im ausverkauften Festsaal eine ausgelassene Party mit ihren Fans. Dem Titel der Show entsprechend natürlich in knallrosafarbener Kulisse.

Mit ihrem rüpelhaften Charme sorgte die pralle Komikerin am Samstagabend für ausgelassene Stimmung.

Dabei hatte die Frau mit der Berliner Schnauze nicht nur den für sie altbewährten Schweinkram inklusive derber Sprüche auf dem Programm. Bei ihrem Auftritt zeigte Cindy, dass sie auch anders kann. Comedian Ilka Bessin überraschte in ihrer Paraderolle als Langzeitarbeitslose aus dem Berliner Plattenbaubezirk Marzahn ihr Publikum mit ungewohnt nachdenklichen Tönen. Zu der Melodie von Pinks Hit „Dear Mr. President“ sang sie als Cindy von sozialer Gerechtigkeit. Anschließend verkündete sie: „Harte Arbeit muss sich lohnen“. Ihre Fans ließen sich von Cindys neuentdecktem politischen Engagement nicht irritieren und bejubelten sie.

Die Paradedisziplin der Berlinerin bleibt aber das lockere Gespräch mit ihren Fans. Von ihnen waren viele stilecht mit pinkfarbenen Accessoires à la Cindy aus Marzahn ausgestattet. Etwas schroff aber trotzdem mit viel Herz las Cindy SMS aus dem Publikum vor. Die konnten der Entertainerin während der Pause geschickt werden. Mit ihren Gästen aus der ersten Reihe tauschte Cindy sich über sexuelle Neigungen aus, um dann ohne jede Scham von ihren Erfahrungen mit Teilzeitfreund Enrico zu berichten.

Fotos: Cindy aus Marzahn in der Stadthalle

Cindy aus Marzahn in der Kasseler Stadthalle

Bleibende Bilder in den Köpfen ihres Publikums hinterließ Cindys detaillierte Beschreibung vom Besuch bei Gynäkologin Dr. Mob. „Mit den Beenen nach oben, das hat immer wat von Tropfsteinhöhle“. Ihr Versprechen des Abends: „Ihr werdet an mich denken“, hat sie damit jedenfalls eingehalten. Und noch etwas wird den Fans der prallen Comedian im Gedächtnis bleiben: Erik. Der Siebenjährige wurde als jüngster Gast von Cindy zu ihrem Prinzen des Abends erklärt.

Bei einem Plausch auf dem pinkfarbenen Herzsessel überraschte der Grundschüler aus Oberthalhausen (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) sogar die gestandene Entertainerin. So lehnte er locker die Geschenke aus der rosafarbenen Cindy-Werbetruhe ab. Für Mama und Schwester Linda ließ er sich dann aber doch einige pinkfarbene Fanartikel einpacken. Als die Entertainerin den Siebenjährigen zum Abschied umarmen will, grinst er schelmisch, schüttelt den Kopf und lässt Cindy auf der Bühne stehen. Da fehlten selbst der sonst nicht auf den Mund gefallenen Berlinerin kurz die Worte. „Dass ich mal sprachlos bin, ist ooch schon ‘ne Weile her“, nahm sie es gelassen mit einem Lachen.

Von Verena Koch

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