Clip aus dem Netz: Rassismus-Streit um Lily Allen

Lily Allen

Es gibt nicht viele weibliche Popstars, die sich so zeigen würden wie Lily Allen in ihrem neuen Video. Im Clip zu ihrer Single „Hard Out There“ sieht man die 28-jährige Britin, wie sie nach vier Schwangerschaften auf dem Operationstisch liegt und sich Fett absaugen lässt.

Ihr aalglatter Manager steht daneben und sagt ihr, wie sie bald auszusehen habe.

„Hard Out There“ ist eine gelungene Parodie auf den Sexismus des Pop-Geschäfts, in dem sich Rapper nach Preisverleihungen bei Gott bedanken statt bei den nackten Frauen aus ihren Videos, die ihre Musik mitverkaufen. Ein gelungenes Comeback für Allen nach vier Jahren Pause. Bei Youtube wurde das Filmchen an einem Tag eine Million Mal geklickt. Trotzdem tobt im Netz eine wilde Debatte, in der Allen Rassismus vorgeworfen wird.

Hier geht es zum Video.

Zu den Beats ihrer Disco-Nummer lässt die Sängerin dunkelhäutige Tänzerinnen mit dem Hintern wackeln - Twerking genannt. Über eine Schönheit schüttet die angezogene Allen zudem Champagner - ein Kommentar auf feuchte Männerfantasien.

Eine Frau twitterte: „Lily Allen kann nicht die Unterdrückung anderer nutzen, um sich selbst zu befreien. Das Video ist rassistisch.“ Doch kann die Kritik an Sexismus und Rassismus selbst rassistisch sein?

Allen versicherte, die Tänzerinnen nicht wegen ihrer Hautfarbe ausgewählt zu haben. Auch ein Interview von ihr macht Schlagzeilen. Darin bezeichnet die Musikern erfolgreiche Frauen wie Angela Merkel als „bitches“ (Schlampen) und meint das nicht abwertend. So gesehen ist Allen eine sehr mutige Bitch.

Von Matthias Lohr

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