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Cocker-Covers gecovert: Chip n’ Steel präsentieren „Tribute to Joe“ im Theaterstübchen

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Chip n’Steel im Theaterstübchen: Das sind von links Konrad Schmidt, Hugo Scholz, Jürgen Bock, Kathrin Roppel, Michael Dippel, Frank Dittrich, Laura Jostes, Frank Wimmel und Michael Washausen.
Chip n’Steel im Theaterstübchen: Das sind von links Konrad Schmidt, Hugo Scholz, Jürgen Bock, Kathrin Roppel, Michael Dippel, Frank Dittrich, Laura Jostes, Frank Wimmel und Michael Washausen. © dieter schachtschneider

Joe Cocker ist längst tot. Aber Michael Dippel lebt. Und er hat die Gabe, Tote lebendig erscheinen zu lassen: Davon konnte sich das Publikum beim Chip n‘ Steel Konzert im Theaterstübchen überzeugen.

Kassel – Die nervösen Greifbewegungen von Zappelphilipp Cocker ahmt Michale Dippel minutiös nach, und auch gesanglich ist er – wie jener – kein Suppenkasper. Augen zu, lauschen und: Joe Cocker wird ganz lebendig. Augen auf und: Man reibt sich dieselben und traut seinen Ohren nicht.

Auch bei der Urschrei-Frequenz kann Dippel mithalten. Aber bei seinem berühmten Beatles-Urschrei („With A Little Help From My Friends“) hat Cocker den längeren.

Und doch: Dippel rockt am Sonntag das gut besuchte, aber bestuhlte Theaterstübchen. Dies nicht ohne Unterstützung seiner Band Chip n‘ Steel, welcher Band-Name wie Schippenstiel klingt. Und das wiederum nach kräftigem Zupacken: Auf der Suche nach erdigem Sound gräbt die Band den Rock’n’Roll-Acker um. Die Rhythmusmaschine mag man mit Lindenberg so beschreiben: Drummer Frank Dittrich „rockt los wie’n Verrückter“ und Jürgen Bock am Bass groovt „wie ein vom Jenseits Geschickter“. Die „Boogie-Woogie-Mädchen“ Laura Jostes und Kathrin Roppel singen im Background – bisweilen unterstützt von Michael Washusen (Gitarre). Und die Melodiesektion sorgt bei der Pop-Ballade „Up Where We Belong“ für Gänsehaut: am Keyboard Frank Wimmel, am Saxofon Konrad Schmidt sowie Hugo Scholz.

„Tribute to Joe“ ist ein Cover-Programm zur Cover-Ikone Cocker. Ähnlich wie in der Homöopathie verflüchtigt sich die eigentliche Substanz durch potenzierte Verdünnung hier zwar, das maximiert aber ihre Wirkung: Cocker verhalf manchem Song durch musikkulturelle Aneignung erst zu großem Erfolg. Und Dippel nebst Chip n’ Steel schnuppern erfolgreich an „Original-Covers“ des Gasinstallateurs aus Sheffield.

Das letzte Lied („Unchain My Heart“) löst schließlich auch die Ketten am Tanzbein: Das Publikum erhebt sich und klatscht begeistert mit. Gute alte Zeiten wachrufend, in denen solche Veranstaltungen als Stehkonzert ausverkauft waren.

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