Das Collegium Vocale an St. Marien erfreute mit weihnachtlicher Chormusik im Kerzenschein

Chor mit vielen Qualitäten: Das Collegium Vocale an St. Marien. Foto: Koch

KASSEL. Weihnachten kann so vielfältig sein. Auch wenn man dem Fest alle Wucherungen wegnimmt, die nicht zur christlichen Botschaft gehören, bleibt noch ein Bild, das viele Farben hat. Komponisten aller Zeiten haben sich der Geburt Jesu genähert, die einen (oft protestantischer Konfession) verinnerlicht, andere in hellen Jubel ausbrechend.

Von allem etwas hatte das schon seit Jahren abgehaltene Konzert „A night of carols and candles“ in der Marienkirche (auch Rosenkranzkirche). Das Erfolgsrezept lockte am Sonntagabend mehr als 200 Zuhörer in das von Kerzen erleuchtete katholische Gotteshaus am Bebelplatz. Am Beginn sang das Collegium Vocale an St. Marien „Ich steh an deiner Krippen hier“ im Satz von Johann Sebastian Bach, am Ende „O magnum mysterium“ (O großes Wunder) des spanischen Renaissancekomponisten Luis Tomás de Victoria.

Zwischen diesen „großen Nummern“ wechselten sich englische und deutsche Komponisten ab. Großartige altdeutsche Sätze von Hassler und Eccard standen da neben Werken lebender englischer Komponisten. Die Chorsänger-Lieblinge John Rutter und Bob Chilcott, immer mit dem Kitsch kokettierend, durften nicht fehlen.

Was das Collegium Vocale unter der Leitung von Thomas Pieper sich über Jahre erarbeitet hat, ist ein sehr weicher Chorklang, der in auffällig guter Kommunikation zwischen Chorleiter und den 16 Sängerinnen und sechs Sängern entsteht. Dieses gute Verständnis ließ es in dem wunderschönen Konzert am Ende des Weihnachtsfestkreises zu, dass auch überraschende Details wie Verlangsamungen oder Rücknahme von Lautstärke exquisit gelangen. Schnellere Passagen, Einsätze und Schlusslaute klappten präzise. Homogenität war über weite Strecken erreicht, nur selten stachen einzelne Stimmen heraus und auch dies nie unangenehm.

Die junge Sängerin Melissa Gerecitano sang ein Solo im Satz „What child is this“ von Thomas Hewitt Jones. Lesungen der Weihnachtsgeschichten aus den Evangelien rundeten das Konzert ab, das so rund war, dass sich eine Zugabe verbot.

Von Johannes Mundry

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