Neu im Kino: In „Tron: Legacy“ will ein Bösewicht ein virtuelles Spiel beherrschen

In die Computerwelt gesaugt

Aus Freude am Fahren: Die Lichtrenner haben ein neues Tuning bekommen. Foto: Disney

Andere lassen sich vom Schönheitschirurgen die Falten straff ziehen, um jünger auszusehen. Jeff Bridges wurde für „Tron: Legacy“ einfach eingescannt und digital bearbeitet, damit er gegen den jüngeren Widergänger seiner selbst antreten kann. Die Dinge sind kompliziert, aber nicht unbedingt komplex in Joseph Kosinskis 3D-Cyber-Thriller „Tron: Legacy“, der als späte Fortsetzung des Science-Fiction-Films „Tron“ aus den 80er-Jahren ins neue Jahrtausend dringt.

Schon damals, als man die Wirkung digitaler Parallelwelten auf das menschliche Sein allenfalls erahnen konnte, verlor sich Jeff Bridges als Video-Game-Designer Kevin Flynn in seinem eigenen Spiel und fand nicht mehr zurück in die analoge Realität. Über 20 Jahre hat sein Sohn Sam (Garrett Hedlund) den Vater nicht mehr gesehen.

Ein Besuch in dessen verlassener Werkstatt endet mitten in der Cyberwelt „Grid“, die Flynn in den Achtzigern für sein Computerspiel gestaltet hat. Der Vater wird hier von seinem digitalen Widergänger gefangen gehalten, der die Macht an sich gerissen hat. Fast komplett hat Kosinski seinen Film im künstlichen Cyberspace angesiedelt. Ein vollkommen durchgestyltes stählernes Universum mit grellen Lichteffekten.

Das Design bestimmt hier vollkommen das Bewusstsein des Filmes, der eine etwas krude Geschichte mit hochtechnisierten Kampfsequenzen auf Leuchtfahrzeugen gehörig aufmotzt.

Trotz enganliegender Anzüge wird streng darauf geachtet, dass die Angelegenheit nicht zu sexy in Szene gesetzt wird. Schließlich befindet man sich trotz allem entschiedenen Stilwillen in einem gesitteten Disneyfilm. Das merkt man auch an der rührseligen Vater-Sohn-Geschichte und der finalen Botschaft, die die menschliche Unvollkommenheit gegen den technischen Perfektionismus verteidigt und nach dem Effektefeuerwerk nicht gerade glaubwürdig daherkommt. Den eigentlichen Beweis für die medienkritische These muss dann Jeff Bridges liefern, der im Schauspielerduell gegen seine verjüngte Photoshop-Version haushoch überlegen ist.

Genre: Science-Fiction

Altersfreigabe: ab 12

Wertung: !!!::

www.hna.de/kino

Von Martin Schwickert

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