Cooler Blues im heißen Zelt: Gary Clark Jr. zu Gast in Kassel

Gary Clark Jr.

Kassel. „Die Gitarre ist in sicheren Händen“, meinte Eric Clapton bei seinem Abgang in die gut dotierte Rente. Gemeint war Gary Clark jr., der Bluesmann aus Texas, gerade mal 31 Jahre alt und schon ganz oben im amerikanischen BluesOlymp.

Und jetzt im Kulturzelt Kassel. Das war gut gefüllt. Zu Recht, wie sich bald herausstellte: Gary Clark Jr., Gitarrist und Sänger, zelebrierte eine Bluesrevue vom Feinsten. Mit seinen drei Mitspielern Ric Zapata (Gitarre), Johnny Bradley (Bass) und Johnny Radelat am Schlagzeug zeigte er dem Publikum, was der Blues zu bieten hat: Vom modernen Texas Blues à la Stevie Ray Vaughan über den frühen Chicago-Stil eines Muddy Waters bis hin zum rauen Blues des Jimmy Hendrix („Numb“) und dem Blues im Country-Stil – Gary Clark Jr. kann alles auf der Gitarre.

Auch soundtechnisch leistete er ganze Arbeit: Vom cleanen Sound bis zum Hendrix’ Wah-Wah-Effekt war alles dabei, was das Gitarrenherz erfreut. Das zeigte er auch bei seiner Hommage an den kürzlich verstorbenen B. B. King mit seiner Interpretation des Klassikers „Three o’Clock in the Morning“, bei dem er die bluesverwandten Jazzphrasierungen mit allen musikalischen Finessen auf die Bühne brachte. Große Blueskunst.

Dass er mit „Travis County“ den Rock ’n’ Roll im Stil eines Chuck Berry beherrscht, versteht sich von selbst. Der Texaner bedient mit seiner hohen, durchdringenden Bluesstimme alle Stile.

Sein hitverdächtiges „Bright Lights“ brachte zum Einstieg das Kasseler Publikum in Bewegung. Ganz anders bewegend war die Zugabe („Healin“) - allein mit der Gitarre auf der Bühne, etwas verloren zwar, aber mit der Gewissheit, dass die Musik ihm helfen wird. Großer Beifall.

Von Michael Lacher

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