Die Komödie feierte mit dem Westernklamauk „Kalte Colts und heiße Herzen“ Premiere

Cowboys auf Brautschau

Wer von ihnen muss heiraten? Die Cartwright-Söhne (von links: David Wehle, Andreas Euler, Erik Voss) sind in Nöten. Foto: Schachtschneider

Kassel. Denkt man an Cowboy-Filme in der Familienpackung, dann wohl zuerst an „Bonanza“ und die Cart-wrights. An den schwergewichtigen, gutmütigen Hoss, den smarten Adam, den pfiffigen Little Joe und Ben, ihren Vater, der zwar ohne Frau, nicht aber ohne pädagogisches Feingefühl die Familie und die Ponderosa-Ranch führte.

In den 1960er- und 1970er- Jahren gehörte die TV-Western-Serie zu den größten Zuschauermagneten. Schalten wir in die Gegenwart und drücken auf den Spaßkanal, dann liegt die Ponderosa nun auf der Bühne der Kasseler Komödie. Am Donnerstag feierte das Bonanza-Pop-Musical „Kalte Colts und heiße Herzen“ Premiere vor ausverkauftem Haus. Regie führten Knut Schakinnis und Christian Schliehe.

Der Bühnen-Hoss (Andreas Euler) heißt Horst, sein Bühnenbruder ist Adam (Erik Voss) und Little Joe nur einfach der Kleine (David Wehle). Dass besonders der Bühnen-Hoss, also der „Hoaast“, wie ihn sein Bruder Adam mit Bremer Sprachdehnung nennt, dem Original sehr nahe kommt, ist eines von vielen Details, die beträchtlich zum Bühnenspaß beitragen.

Mit dabei sind auch, wie in der Serie, der chinesische Koch Hop Sing (Theresa Gebhardt als zappeliger China-Mann wie auch als Indianerin und Totengräber) sowie Indianer, die allerdings nur an Feuerwasser und ans Poppen denken.

Ausgangspunkt des bunten Bühnenklamauks: Vater Ben hat das Zeitliche gesegnet. Sein letzter Wille: Nachwuchs muss her. Im Klartext: Einer der Söhne muss heiraten. Die Meinung, die seine Sprösslinge über Ehefrauen haben, gleicht jedoch eher einem Urlaub am Marterpfahl. Zudem liebt Horst in erster Linie etwas zum Futtern, der Kleine die Seitensprünge und Adam sein Pferd, auf dem er am liebsten nackt über die Ranch jagt.

Die Lage scheint aussichtslos, doch es gibt ja noch den Leichenbestatter Mr. Golden Bone. Der sieht zwar aus, als sei er selbst gerade einem Grab entstiegen, aber er weiß Rat. Nicht weit von der Ponderosa entfernt leben die drei „Chicken-Sisters“ (die Herren nun als herrlich schräge Cowgirls).

Fazit: Eine originelle Inszenierung mit musikalischer Schräglage und witzigen Regieeinfällen. Da verzeiht man auch, dass bisweilen zu sehr im flachen Zotenteich nach Applaus gefischt wurde. Das Publikum spendete viel Beifall.

Bis 25. Juni viele weitere Termine, Tel. 0561/18383, www.komoedie-kassel.de

Von Steve Kuberczyk-Stein

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