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Rap aus der Handykamera: Cro-Konzert in Kassel

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Von: Leonie Krzistetzko

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Es wurde ordentlich mitgefilmt: Der Rapper Cro spielte am Sonntagabend auf dem Messegelände in Kassel.
Es wurde ordentlich mitgefilmt: Der Rapper Cro spielte am Sonntagabend auf dem Messegelände in Kassel. © Andreas Fischer/Henning Kaiser/dpa

Rapper Cro hat am Sonntagabend ein restlos ausverkauftes Konzert auf dem Messegelände in Kassel gespielt. Mit dabei hatte er neue wie alte Songs - und eine ordentliche Prise Sonne.

Bevor Carlo Waibel alias Cro – der Rapper mit der Pandamaske, wie er oft genannt wird – am Sonntagabend die Bühne betritt, tobt die Menge und ruft seinen Vornamen in Dauerschleife. Das Publikum ist aufgeheizt durch den Vor-Act Schmyt und ein sehr kurzes DJ-Set, in dem unter anderem der Song „Dior 2001“ von Rapper Rin gespielt und von der Menge lauthals mitgesungen wurde – eine kleine Hommage an die Kollektion des Modekonzerns Anfang der 2000er-Jahre.

Hier stellte sich die Frage, wie viele der in Kassel versammelten Cro-Fans tatsächlich schon das Licht der Welt erblickt haben, als diese Dior-Kollektion zum ersten Mal vom Laufsteg in die Kleiderschränke der Modeliebhaber gewandert ist. Denn das Publikum des Rappers ist vor allem sehr jung – zu sehen an Elternteilen, die zum Teil an den Rändern des ersten Wellenbrechers stehen.

Kurz nach dem DJ-Set steht Cro dann auf der Bühne: auf einem Treppen-Gebilde im Tigerlook. Futuristische Pandamaske, roséfarbenes T-Shirt mit passenden Shorts, weiße Moon-Boots. Spätestens bei seinem zweiten Song „Alles Dope“ tanzt die ganze Masse – und das bleibt auch den ganzen Abend so. Denn Cros Show macht einfach Spaß: für eingefleischte Fans, die seit zehn Jahren zu seinen Konzerten gehen, aber auch für alle anderen.

In „Nice!“ singt der Rapper, er fühle sich, als ob jeden Tag die Sonne scheine – ein Gefühl, das mit aller Wucht in Kassel ankommt. Das liegt an tanzbaren Pop-Rap-Hits wie „Einmal um die Welt“, „Easy“ und „Du“, mit denen der Rapper große Chart-Erfolge erzielen konnte, wie an sommerlich-fließenden Songs wie „Hey Love“ und „Facetime Luv“ aus seinem jüngsten Album „11:11“, das Cro erst vergangenen Freitag veröffentlicht hat. Er spielt sie in einem Verhältnis, bei dem jeder mitgenommen wird.

„Ich liebe euch alle, jeden hier“, ruft er nach einigen Songs ins Publikum und fragt später „Wer ist glücklich?“. Die Frage muss er nicht stellen, denn sein Publikum singt lautstark mit, kreischt umso lauter, und: lächelt vergnügt in seine Handykameras. Social Media ist bei Cro präsent, nicht nur vor, sondern auch auf der Bühne.

Der Künstler selbst holt immer wieder die Kamera raus, um hineinzurappen, und als die Rapper Edo Saiya und Badchieff bei einem Song in die Menge gehen, werden die ersten Reihen zwischendurch leer: Man braucht ja ein gutes Foto mit den Künstlern. Das ist ungewohnt, sogar irritierend, leistet der Stimmung aber keinen Abbruch. Denn am Ende bleibt Cro der Star und erhält gewaltigen und verdienten Beifall.

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