Dämliche Jugendsünde - Kommentar über den Nazi-Eklat in Bayreuth

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Evgeny Nikitin

Wegen eines überdeckten Hakenkreuz-Tattoos hat der Bassbariton Evgeny Nikitin seinen Auftritt bei den Bayreuther Festspielen kurzfristig abgesagt. Ein Kommentar.

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In der ZDF-Sendung „Aspekte“ vom Freitag hat Evgeny Nikitin einen lustigen Satz gesagt: „Rockmusik ohne Tattoos ist nicht seriös.“ Keine Ahnung, ob das stimmt.

Selten dämlich ist es jedoch, wenn man sich wenige Tage vor Beginn der Bayreuther Festspiele in den Medien als angemalter Rocker unter den Opernstars inszeniert und dabei vergisst, dass man mal ein Hakenkreuz auf der Brust hatte. Komplett unseriös ist es, wenn man sich dann noch wundert, dass für so jemanden in Bayreuth, wo der braune Geist sehr lang den Ton angab, kein Platz ist.

Leitung und Künstler blieb nichts anders übrig, als sich zu trennen. So kann man es sehen. Man kann aber auch fragen, was eigentlich passiert ist. Ein junger Russe hat sich vor mehr als 20 Jahren drei Tattoos stechen lassen, was er heute offensichtlich zutiefst bereut. Er war nie in einer rechten Partei und hat sich von seinen Jugendsünden distanziert.

Die Aufarbeitung in Bayreuth hat sehr viel länger gedauert. Würden die Festspiele die gleichen Maßstäbe an sich anlegen wie an Evgeny Nikitin, dürfte es sie nicht mehr geben. Denn ihr Hakenkreuz war viel größer.

Von Matthias Lohr

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