Das Staatstheater zeigt die Märchenoper „Hänsel und Gretel“ - Premiere am Samstag

„Dann geht das Ohr auf“

Elmar Gehlen

Kassel. Dass viele Erwachsene meinen, Kinder wollten nur Rock und Pop hören, ärgert Elmar Gehlen. „Wir denken heute oft, wir müssen den Zuschauern hinterherlaufen mit leichter Musik, wo man schnell ins Klatschen reinkommt. Dagegen bin ich.“ Der Regisseur, der 25 Jahre experimentelles Theater gemacht hat und in Kassel 1998 eine „Zauberflöte“ inszenierte, stellt in seiner Arbeit immer wieder fest, dass kleine Zuhörer viel mehr verstehen, als man ihnen oft zutraut. So arbeitet er für Kinder nicht anders als sonst.

Elmar Gehlen inszeniert Engelbert Humperdincks Märchenoper „Hänsel und Gretel“, die am Samstag im Opernhaus Premiere hat. Musikalische Leitung: Patrik Ringborg, Bühnenbildner ist Thomas Richter-Forgách, der in Kassel den legendären Melchinger-Ring ausstattete.

Gehlen legt in seiner Arbeit Wert auf Timing: „Wichtig ist mir, dass Kinder und Erwachsene der allgegenwärtigen Bilderflut entkommen können.“ Deshalb lässt er ein Szenenbild auch mal etwas länger stehen: „Dann erst geht das Ohr auf, und ich kann die Musik richtig hören.“ Gehlen will bei Humperdinck „nichts weglassen und nichts zerstören“. Engel sind bei ihm Alltagsfiguren mit Flügelchen, das Engelerlebnis ein Traum Gretels.

Dem 67-jährigen verheirateten Vater einer Tochter steht zum Jahreswechsel eine berufliche Veränderung ins Haus: Der Regisseur, Schauspieler und Künstler spielt nach 13 Jahren nicht mehr in der ZDF-Serie „Küstenwache“ mit, am 5.1. ist sein Abschied. Foto:  Hoever

Premiere am Samstag, 19.30 Uhr, weitere Termine 15., 17., 21.12., Opernhaus. Karten: 0561-1094-222.

Von Bettina Fraschke

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