Schwergewicht der Comedy-Szene: Markus Maria Profitlich trat in Vellmar-Frommershausen auf

Es darf ruhig geblödelt werden

Markus Maria Profitlich Foto: picture-alliance

VelLMAR. „Danke Vellmaaaar! Ihr wart super! Tschüüs!“ Die Arme in die Luft gestreckt und die Stimme auf Sirene gestellt, verabschiedete sich Comedy-Star Markus Maria Profitlich.

Zu dem Zeitpunkt hatte seine Show jedoch gerade erst begonnen. „Was?“, spielte er den Verwirrten, als ihn seine Bühnen-Crew darauf hinwies: „Ich dachte, wir wären schon durch. Ich habe doch immer erst nach einer Vorstellung Hunger.“

Der Auftakt passte zu dem gewichtigen Komiker. Essen und Blödeln - so liebt ihn sein Publikum. Am Sonntag in der Mehrzweckhalle Frommershausen waren das 450 Menschen. Über die TV-Comedy-Sendung „Wochenshow“ wurde der gelernte Schreiner, der als Jugendlicher für den CVJM Kinderfreizeiten leitete, einem breiten Publikum bekannt. Heute zählt der pfundige 51-Jährige zu den Stars der deutschen Comedy-Szene.

Zum Aufwärmen neckte er erst mal einige Damen aus der ersten Reihe: „Frauen darf man nicht nach dem Alter fragen. Wie schwer sind Sie? Was? So schwer war ich, als ich vier war.“

Mit seinem ihm zuarbeitenden Bühnenteam, zu dem die Schauspieler Thomas Hackenberg, Volker Büdts, Ingrid Einfeldt, Martine Schrey und der Musiker Andy Muhlack zählten, sorgte Profitlich für beste Laune. Er setzte auf einen Mix aus Sketchen und Auszügen aus seinem angeblichen Tagebuch.

Profitlichs Texte und Gags sind nicht gerade ausufernd intelligent gestrickt. Für sein Publikum spielt das nur eine Nebenrolle. Seine optische Erscheinung, sein Mienenspiel reichen völlig aus, damit man sich vor Lachen auf die Schenkel klopft. Wenn er tapsig tänzelnd wie Balu der Bär mit seiner Obelix-Figur den Disco-Gänger mimt, wenn er sich in einen Küchenkittel zwängt, um eine giftige Hausfrau zu spielen, einen pubertierenden Schüler oder durchgeknallten Friesen mimt, der das Publikum zum Mitsingen bringt, und bei all dem auch noch Perücken trägt, die ihm über die Augen rutschen, dann wird gelacht - und das nicht zu knapp.

Auch über seine Tagebucheinträge, die er sich im Wortsinn auf den Leib geschrieben hat: „Ich leide heute unter Appetitlosigkeit. Mehr als drei halbe Hähnchen gehen nicht rein. Jedenfalls nicht nach dem Abendessen.“ Kräftiger Applaus.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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