Titanic-Satiriker Martin Sonneborn las aus seinen politischen Memoiren

Darf’s ein wenig frecher sein?

Martin Sonneborn

Kassel. Ein sonniger Marktplatz in Deutschland. Wahlkampfzeit, die Zeit munterer Grundsatzdebatten und bestechender Bürgernähe. Auf einem Wahlplakat: „Die Ausländer sind da. Schöne Scheiße. Ihre CDU.“ Bitte, was? Sie haben richtig gelesen.

Peinlich nur für denjenigen, der die Parole gegen die doppelte Staatsbürgerschaft von Martin Sonneborn für bare Münze nahm und womöglich auch noch guthieß. Für den ehemaligen Chefredakteur des Satiremagazins Titanic und Bundesvorsitzenden von „Die Partei“, der am Donnerstag in der randvollen Caricatura seine politischen Memoiren verlas, gefundenes Fressen. Auf seinem Streifzug durch die Parteienlandschaft, den er mit erheiternden Beweisbildern und pompösen Kurzvideos garnierte, verschonte er keinen: So brachte er 2002 einen Kreisverbandsvorsitzenden der FDP dazu, vor einem Plakat mit der Aufschrift „Deutsche, wehrt euch! Wählt FDP!“ zu posieren.

Sonneborn ist erfrischend frech. Ob er sich als angebliches Bundestagsmitglied in Georgien vor laufenden Kameras einen Schlagabtausch mit hiesigen Polit-Profis lieferte oder zur Bundestagswahl 2005 Werbespots voller Schleichwerbung drehte: Der Satiriker sorgte immer wieder für Aufsehen. Das Publikum dankte es ihm mit johlendem Beifall.

Von Carolina Rehrmann

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