"Das Große im Kleinen" - Matthias Lohr über den Kölner Tatort

Hatte nicht viel zu lachen: Kommissar Freddy Schenk (Dietmar Bär). Foto: wdr

Die ersten beiden „Tatort“-Folgen nach der Sommerpause haben gleich gezeigt, was diese Reihe einerseits so schrecklich, andererseits so unverzichtbar macht. Zuerst gab es einen Fall aus Luzern, bei dem man schon während des Zuschauens vergessen hatte, worum es ging.

Reine Zeitverschwendung. Die gestrige Folge aus Köln hingegen schüttelte einen bereits in den ersten Minuten durch, und sie wird einen noch eine ganze Weile beschäftigen. Ein tolles Stück Fernsehen.

In „Fette Hunde“ erzählten Regisseur Andreas Kleinert und Autor André Georgi von Bundeswehr-Soldaten, die aus Afghanistan in ein Land zurückkommen, das ihnen fremd geworden ist. Es war weniger ein Krimi als ein Thriller und ein Drama über das, was der Krieg mit den Menschen macht. Mit Afghanen, deren einzige Perspektive es ist, als Drogenkuriere Heroin im Magen nach Deutschland zu schmuggeln. Mit Frauen, die ihre heimgekehrten Männer nicht mehr wiedererkennen. Und mit Soldaten, die über ihr Heimatland sagen: „Die brauchen uns hier nicht mehr.“ Die große Welt wurde hier im Kleinen gezeigt.

Es war schön zu sehen, wie die Kommissare Freddy Schenk (Dietmar Bär) und Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) nach einer durchzechten Nacht Brust an Brust aufwachten. Aber sonst gab es diesmal nicht viel zu lachen. Dafür sorgte auch Anna Loos als Soldatenfrau, die 90 Minuten schaute, als sei sie vom Teufel besessen.

Von Matthias Lohr

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