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Das Lumpenpack in Kassel: Geschichten aus der Wall of Hüpf

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Von: Leonie Krzistetzko

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Spielten ein Konzert mit Konfettischlangen und Moshpits: Das Lumpenpack im Kulturzelt.
Spielten ein Konzert mit Konfettischlangen und Moshpits: Das Lumpenpack im Kulturzelt. © Andreas Fischer

Das Lumpenpack spielten energiegeladenes Konzert im Kulturzelt Kassel und brachten ihre Fans ordentlich zum Tanzen.

Konfetti-Schlangen schießen aus den Kanonen und der Boden bebt. Als die Band Das Lumpenpack am Donnerstagabend auf die Bühne des Kulturzelts Kassel kommt, bedeutet das den Auftakt einer schweißtreibenden und feierwütigen Show, die fast zwei Stunden gehen wird.

Das Lumpenpack sind der in Kassel geborene Jonas Frömming und Maximilian Kennel, die seit zehn Jahren zusammen auf der Bühne stehen, und sich 2020 Poetry-Slammer Jason Bartsch an der Gitarre, Lola Schrode am Bass und Alex Eckert an den Drums dazu geholt haben. Zusammen machen sie gitarrenlastigen Rock mit Popelementen und ironischen Texten, der vor allem im Publikum ordentlich abgeht.

Spätestens beim dritten Song des Abends, „Dolce Wohnen“, einer ironischen Hommage an die Vorteile des Vermieter-Daseins, grölt das Publikum mit und springt begeistert auf und ab. Das zieht sich durch die ganze Show, wenn die Fans vom Lumpenpack aufgefordert werden, eine „Wall of Hüpf“ in Anlehnung an die „Wall of Death“ zu bilden, aber auch immer wieder zwischendurch, in und außerhalb von Moshpits, sodass der Boden des prallvollen Zelts vibriert. Dass Frömming und Kennel ihren Ursprung im Poetry-Slam haben, hört man. Sie machen intelligente, humorvolle und manchmal überdrehte Texte, mit gut gesetzten Pointen, die Alltagsthemen wie auch Politik ansprechen. Dabei nehmen sie alles und jeden aufs Korn, „Heilpraktiker“ wie „Pädagogen“, widmen sich humorvoll dem Klimawandel („Warm im Altenheim“) oder den Ereignissen von 2020 von Corona bis zu den Waldbränden in Australien in „WZF?!“.

Musikalisch ist das Konzert abwechslungsreich, neben rockigen Songs parodieren Das Lumpenpack auch den seit einigen Jahren populären Autotune-Rap. Deutlich wird das vor allem in ihrem Song „Angelsimulator 2K10“, bei dem Frömming mitten im Publikum steht und feinsten Autotune-Rap à la Rin präsentiert – statt Rins „Dior 2001“ geht es beim Lumpenpack um den „Angelsimulator 2010“, statt auf dem Basketballplatz abzuhängen, heißt es „Brudi, lass uns angeln“.

Als Frömming das Publikum mitten im Konzert fragt, ob es noch Energie habe, liegt die Antwort auf der Hand: Es wird weitergetanzt und -gesprungen, lauthals mitgesungen und gefeiert, durch die zwei Zugaben und über das Konzert hinaus. Es ist eine Energie, die anhält, auch noch nach dem Rausschmeißer-Song „Don’t Stop Believing“ von Journey.

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