Theater-Jugendorchester: Premiere mit "A.I.D.A. Activation" 

Bereit für den Triumphmarsch: (von links) Clara Schnittker (Trompete, 13 Jahre), Regisseurin Eva Lange, Dirigent Thomas Rimes und Carolin Claus (Trompete, 16 Jahre). Foto: Malmus

Kassel. Giuseppe Verdi war nicht nur ein genialer Komponist, sondern auch ein machtkritischer Humanist. Deshalb hätte ihm das 8. Theater-Jugendorchester-Projekt gewiss zugesagt. Eine seiner beliebtesten Opern wird jetzt in einer konsequent politischen Neuversion zu sehen sein.

Am Samstag feiert „A.I.D.A. Activation! - Electr’opera®“ Premiere im Schauspielhaus.

Den Hintergrund der Aktualisierung bilden Ereignisse wie der Arabische Frühling und die Occupy-Bewegung. Vom Jungen Musiktheater Hamburg wurde die freie Bearbeitung kreiert. Für Kassel haben heimische Jugendliche eigene Texte mit Visionen und Träumen arabischer Aufständischer entwickelt.

Vor allem als Chor, sprechend, wie singend, tritt das 27-köpfige Ensemble auf. Inbegriffen ein „Megafon-Mann“ für das richtige Straßenprotest-Feeling. Hinzu kommen die Hauptprotagonisten Aida (Eglé Sidlauskaite vom Opernstudio des Staatstheaters) und Radames (der Gast-Tenor Kwonsoo Jeon) mit einer Liebe zwischen den Fronten. Denn Aida empört sich als Rebellin, während Radames der Sohn des Diktators ist.

Gezeigt wird ein ambivalentes Bild der Revolution. „Wir machen sicher nicht einen hoffnungsfrohen Ausblick darauf, dass Revolutionen immer friedlich sein können“, sagt die Essener Regisseurin Eva Lange, die bereits im vergangenen Jahr mit großem Erfolg das Verdi-Projekt „Lost Violet“ nach „La traviata“ inszeniert hat.

Die musikalische Leitung hat wieder Thomas Rimes, der auch für die Arrangements verantwortlich zeichnet. In einem überraschenden Mix erklingen bekannte Arien sowie Chorsätze, die durch elektronisches Drumset und Synthesizer aufgepeppt werden. „Das macht richtig Wums“, sagt der Dirigent über die derart aufgerüstete Musik des Opernmeisters.

Mehr als 70 junge Instrumentalisten umfasst das Theater-Jugendorchester. Mit dabei sind die Kasseler Schülerinnen Carolin Claus (16) und Clara Schnittker (13), die als Trompeterinnen einen der größten Klassikhits überhaupt spielen werden. Man darf auf den berühmten Triumphmarsch gespannt sein.

Premiere: Samstag, 16. Juni, 19.30 Uhr, Schauspielhaus. Karten unter 0561 / 1094-222 und www.staatstheater-kassel.de

Von Georg Pepl

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