Interview: Jay Alexander über den Auftritt von „Marshall & Alexander“ in Kassel

Fast auf den Tag genau zwei Jahre nach ihrem triumphalen Auftritt mit dem Programm „Götterfunken“ treten Marc Marshall und Jay Alexander am 24. Januar erneut in der Kasseler Martinskirche auf. Auch diesmal handelt es sich um ein Programm mit religiösen Liedern und Arien: „Paradisum“. Wir sprachen mit Jay Alexander.

Herr Alexander, Ihr Album „Paradisum“ trägt den Zusatz „Top Ten des Himmels, Teil II“. Nun sind sie damit auch in den irdischen Top Ten gelandet.

Zur Person:

Der Tenor Jay Alexander (39, auf dem Foto vorn) stammt aus Pforzheim. Er ist verheiratet und hat ein Kind. Vor seinem Gesangsstudium machte er eine Druckerlehre. An der Musikhochschule Karlsruhe lernte er 1998 Marc Marshall (links im Hintergrund) kennen und gründete mit ihm das Duo Marshall & Alexander. Marc Marshall (47, verheiratet, zwei Kinder) wurde in Baden-Baden geboren. Er ist der Sohn des Schlagersängers Tony Marshall. Das Album „Paradisum“ von Marshall & Alexander umfasst 15 sakrale Lieder und Arien.

Jay Alexander: Ja, nach zwölf Jahren haben wir es mit „Paradisum“ auf Platz eins der Klassik-Charts geschafft. Da standen wir vier Wochen lang. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass wir mit „Paradisum“ das Album „Götterfunken“ noch toppen würden. Ich vergleiche das mit einem Kinofilm. Wenn da der zweite Teil eines Erfolgsfilms ins Kino kommt, ist es auch sehr selten, dass der die Erwartungen noch übertrifft.

Worauf führen Sie den Erfolg zurück?

Alexander: Zum einen gibt es sicher immer ein Bedürfnis nach sakraler Musik. Zum anderen ist es so, dass die Kirche, vor allem die katholische, in letzter Zeit viele Probleme hatte. Wir dachten daher, vielleicht gibt es jetzt keinen Bedarf nach Kirche und nach dieser Musik. Aber so ist es gerade nicht. Sie trifft einen Nerv, und man spürt, dass die Atmosphäre beim Publikum eine andere ist als bei sonstigen Konzerten.

Also gibt es ein Bedürfnis nach Spiritualität?

Alexander: Es ist nicht nur ein Bedürfnis, sich mit Gott und der Kirche auseinanderzusetzen. Aber die meisten spüren, dass da etwas ist, was keiner je gesehen hat. Das packt einen irgendwann, irgendwo.

Wirken Sie mit Ihren Liedern authentischer als andere?

Alexander: Wir wirken sicher nicht so steif, so klassisch, und wir präsentieren die Lieder sehr ehrlich, weil wir ohne Mikrofon singen. Die Musik ist auch sehr minimalistisch angelegt. Wir treten auf mit klassischer Gitarre, mit Harmonium, Flöte und Klarinette. Die Stimmen stehen im Mittelpunkt. Man spürt, dass wir nicht mal eben einen auf religiös machen.

Ist es Ihr Erfolgsrezept, dass Sie nicht elitär rüberkommen?

Alexander: Das mit Sicherheit. Wir suchen die direkte Kommunikation mit unserem Publikum und sind den Menschen auch räumlich nahe.

Welches sind ihre persönlichen Lieblingslieder in diesem Programm?

Alexander: Da gibt’s so viele. Der Hymnus „Oh God Beyond All Praising“ gehört auf jeden Fall dazu, auch der Choral „Großer Gott, wir loben dich“.

Marshall & Alexander: Paradisum. Montag, 24.1., 19.30 Uhr, Martinskirche Kassel. Karten: Tel. 0561 / 203 204. Foto: nh

Von Werner Fritsch

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