Schauspielerin Heike Makatsch über ihre Kinderlieder-CD und warum sie über ihr Privatleben nicht redet

„Das sind richtige Pop-Perlen“

Das große Liederbuch aus dem Diogenes-Verlag ist ein Hit. Seit seinem Erscheinen 1975 wurden mehr als eine halbe Million Exemplare der mehr als 200 Lieder umfassenden Sammlung verkauft. Nun hat die Schauspielerin Heike Makatsch mit ihrem Freund, dem Musiker Max Martin Schröder alias derhundmarie, zwölf der Kinderklassiker wie „Ein Männlein steht im Walde“ und „Hänschen klein“ aufgenommen. Wir sprachen mit der 38-Jährigen.

Frau Makatsch, es tut mir leid, aber ich muss mich bei Ihnen beschweren.

Heike Makatsch: Wieso?

Seitdem wir Ihre CD „Die schönsten Kinderlieder“ zuhause haben, kann ich nicht mehr Radio hören. Meine Tochter will rund um die Uhr Ihre Lieder mitsingen wie „Grün, grün, grün sind alle meine Kleider“.

Makatsch: Oh, da hat Ihre Tochter aber einen guten Geschmack. Nein, im Ernst: Die meisten Kinder lieben die Stücke, die wir aus dem großen Liederbuch ausgesucht haben. Die Texte sind schnell zu begreifen, die Lieder haben eine gewisse Art von Schwung, aber Sie sind nicht so eindimensional, wie Kindermusik ja oft ist. Max hat sie aus dem Bauch heraus arrangiert. Herausgekommen sind richtige Pop-Perlen.

Ihre dreijährige Tochter war wahrscheinlich die härteste Kritikerin, oder?

Makatsch: Kritikerin würde ich nicht sagen, aber sie war Ansporn für uns. Max und ich haben sie quasi im Herzen gehabt, als wir die Songs aufnahmen. Die CD lief ein Jahr lang in verschiedenen Stadien in unserem Haus, und unsere Tochter hat dazu geklatscht und getanzt. Mittlerweile laufen aber auch wieder andere Alben mit Kindermusik bei uns. Es ist ja auf Dauer nicht schön, immer nur die eigene Mutter singen zu hören. Fredrik Vahle tut auch gut.

Wie kam es zu dem Album?

Makatsch: Der Diogenes-Verlag, für den ich öfter Hörbücher spreche, hat mich gefragt, ob ich bei der Jubiläumsausgabe des Liederbuchs musikalisch mitwirken wollte. Bei meinem Vater, der mir oft auf der Gitarre Lieder vorgespielt hat, stand das Buch immer auf dem Notenständer. Auch die Zeichnungen von Tomi Ungerer kannte ich noch sehr gut. Das alles rief viele Erinnerungen in mir wach. Dann habe ich Max gefragt, ob er nicht die Musik machen will.

Was fehlt Kindern, wenn sie Musik nur im Radio hören?

Makatsch: Ich finde, die Musik ist dann abgehoben und weit weg von den Kindern. Das kann den Zugang verbauen. Wenn Kinder mit ihren Eltern singen, ist die Musik hingegen ein sehr verbindendes Medium. Unsere Tochter singt zum Beispiel gern Medleys aus den Liedern, die sie gelernt hat.

Nach welchen Kriterien haben Sie die Lieder ausgesucht? „Die Gedanken sind frei“ etwa, das einzige Nicht-Kinderlied, ist ein politisches Stück.

Makatsch: Kinder dürfen sich ruhig Gedanken machen, ob Gedanken frei sind. Und nicht alle Lieder aus dem Buch haben reine Kinderliedtexte. „Horch, was kommt von draußen rein“ ist nicht „Alle meine Entchen“. Wir haben aber keinen subversiven Geschmack, die Auswahl besteht aus unseren persönlichen Favoriten.

In Filmen wie „Männerpension“ und „Hilde“ haben Sie schon öfter gesungen. Was war diesmal anders?

Makatsch: Man singt anders, wenn man für Kinder singt. Man hat die Kinder im Kopf und singt viel mehr für sie als sonst für ein anderes Publikum. Für „Hilde“ habe ich zum ersten Mal Gesangsunterricht genommen. Das hat meiner Stimme mehr Raum gegeben. Aber ich bleibe trotzdem in erster Linie Schauspielerin.

Über Ihr Privatleben sprechen Sie und Ihr Freund nicht. Stört es Sie, dass jetzt, wo Sie als Paar künstlerisch in Erscheinung treten, alle fragen, wie es ist, ein „schickes Promipaar“ zu sein, wie eine Zeitung schrieb?

Makatsch: Ich finde die Interviews eigentlich ganz angenehm. Die meisten Fragen drehen sich eher darum, wie wir mit unseren Kindern singen. Darüber geben wir auch Auskunft. Damit sollte es aber auch gut sein. Ich will nicht auf Spielplätzen von Paparazzi fotografiert werden.

Den Film „Keine Lieder über Liebe“ haben Sie im „Kurbelkasten“ in Hann. Münden gedreht, der gerade zugemacht hat. Erinnern Sie sich noch an den Ort?

Makatsch: Ja, aber dazu kann ich Ihnen leider nichts sagen. (lacht)

Wahrscheinlich hat es mit Ihrem Freund zu tun, den Sie dort kennengelernt haben?

Makatsch: Richtig.

Schade, dass Sie es nicht erzählen. Trotzdem vielen Dank für das Interview.

Makatsch: Danke. Ihnen wünsche ich, dass Ihre Tochter bald eine neue Lieblings-CD hat. Versuchen Sie es doch mal mit den Beatles. Die kommen bei Kindern immer gut an.

Danke, aber ich glaube, sie steht auf die Stones.

Heike Makatsch & derhundmarie: Die schönsten Kinderlieder (Diogenes Verlag).

Wertung: !!!!:

Von Matthias Lohr

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