Debüt des Jahres: Das Album der Brian Scotty Wilson Band

Starke Musiker: Bassist Ernst Iben (von links), Saxofonist Hansi Rödig und Gitarrist Harald Wehnhardt beim Auftritt im Theaterstübchen. Foto: Fischer

Kassel. „Ich hatte kein Geld, aber ich hab’s überlebt“, sagte Schlagzeuger und Sänger Brian Wilson vor dem Ray-Charles-Stück „Busted“ und lachte. Sollte sich das gerade erschienene Debütalbum so gut verkaufen, wie die Musik live rüberkommt, dann dürfte er bald noch mehr Grund zum Lachen haben.

„Out of Space“ heißt die Scheibe und bescherte am Montag dem Publikum im gut gefüllten Theaterstübchen ein Spitzenkonzert. Die erste gemeinsame CD – da denkt man an eine Schülerband. Das Gegenteil ist der Fall. 333 Lenze standen da verteilt auf fünf Schultern auf der Bühne und belegten: Zeit ist für Musiker kein Hindernis. Sie kann Begabung und Spielfreude zur Brillanz reifen lassen. Für die Mitglieder der Brian Scotty Wilson Band gilt das. Zehn Songs aus Pop-, Rock-, Blues- und Jazzgefilden sind auf der Scheibe und acht davon selbstgeschrieben.

Auch legendäre Ohrwürmer wie „Hey Joe“ von Jimi Hendrix gehörten zum Programm. Klar, dass bei diesem Klassiker Gitarrist Harald Wehnhardt gefordert war. Er brillierte. Einfach toll, was er auch bei den anderen Stücken aus seiner Gitarre zauberte. Die eigenen Stücke kamen ebenfalls prächtig an. Da grüßten Carlos-Santana-Anleihen, da seufzte der Blues, knackte der Funk und rockte die Gitarre. Starke Arrangements, starke Musiker, prächtiger Live-Sound.

Obwohl die Band wie aus einem Guss operierte, standen Gitarre und Saxofon beziehungsweise Harald Wehnhardt und Hansi Rödig zumeist im Mittelpunkt. Bärenstark, was allein Rödig auf dem Saxofon ablieferte. Aber auch Ernst Iben am Bass und Keyboarder Gerd Hallaschka zeigten Klasse.

Und Brian Scotty Wilson? Ein uriger Typ. Ein Original. Seine Gesangsstimme pendelt zwischen Joe Cocker und erkältet, sein Naturell zwischen Schlagzeuger und Bandclown. Dass gerade er auch die melancholischen Stücke „Seit es dich gibt“ und „Keiner kennt dich“ sang, gab diesen Liedern eine ganz besondere Note. Fazit: Ein Spitzenkonzert, viel Applaus.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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