Delikatessen aus aller Welt: Das Cassalla Gitarrenquartett

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Das Cassalla-Gitarrenquartett: (von links ) Hermann Beuchert, Markus Bartke, Jochen Lorbach und Anja Gerschewsky.

Kassel. „Und neun Tage trieb ich, von wütenden Stürmen geschleudert, über das fischdurchwimmelte Meer; am zehnten gelangt’ ich hin zu den Lotophagen, die blühende Speise genießen.“ So beschreibt der antike Dichter Homer in seiner „Odyssee“ die Lotus-Esser, die sich durch Lotus einen Rausch verschaffen.

Eine drogenfreie Version erfreute nun in der Kreuzkirche.

Das Cassalla Gitarrenquartett servierte dort das Stück „Lotus Eaters“ des zeitgenössischen Komponisten Andrew York. Es war nicht die einzige blühende Musikspeise, denn Hermann Beuchert, Markus Bartke, Jochen Lorbach und Anja Gerschewsky hatten für 80 Zuhörer ein attraktives Programm vorbereitet.

Werke von elf Komponisten wurden aufgeführt. Darunter als bekannteste Astor Piazzolla und Johann Pachelbel, von dem der berühmte Kanon die Ohren streichelte, ein „barockes Last Christmas“, wie man ihn in der Moderation nannte.

Doch sonst gab’s Stile vom Jazz bis zur vielseitigen Weltmusik. Alles souverän und fein dargeboten. Wer es gern scharf mag, hätte sich aber manchmal mehr Chili gewünscht. Als Delikatesse entpuppte sich „Tunis, Tunisie“ von Roland Dyens, melodisch prägnant, klanglich brodelnd und mit einer Beschleunigung am Schluss. Spannend auch die Stücke von Jürg Kindle, in denen die Gitarren den Klang des Musikbogens Berimbau und des Daumenklaviers Kalimba nachahmten - wobei als Hilfsmittel ein Brieföffner zum Einsatz kam.

Und bei einer Komposition des Ensemble-Mitglieds Hermann Beuchert groovte man arabisch - inbegriffen Beucherts Oberton-Gesang und der ansprechende Sopran von Anja Gerschewsky. Satter Beifall, zwei Desserts.

Von Georg Pepl

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