Das Kasseler Weltmusikfestival hat eine Woche lang Künstler aus Skandinavien zu Gast

Wo demnächst Nordlichter leuchten

Breites Spektrum: Aus Karelien kommen Pauliina Lerche und Hannamari Luukkanen von Mimmit (links), Ragga Gröndal ist aus Island.

Kassel. Weltmusik ist im Süden angesiedelt - zumindest in der Vorstellung vieler Musikfans: in Afrika, Süd- und Mittelamerika. Dass es auch im Norden sehr viel Experimentierfreude gibt, dass dort jahrhundertealte musikalische Traditionen gepflegt und fruchtbar gemacht werden, das will das 13. Kasseler Weltmusikfestival unter Beweis stellen, das vom 23. bis 30. April läuft. „Nordlichter“ ist sein Titel.

Es sei ihm gelungen, aus jedem skandinavischen Land einen typischen musikalischen Vertreter zu gewinnen, sagt Wolfram Benczek, der das Programm organisiert hat. Mit einer Ausnahme: Norwegen. „Das ist einfach Pech.“ Doch das Spektrum ist groß - und reicht von Island bis zu den Färöerinseln, vom feenhaft-verträumten Gesang des Duos Fjarill (Benczek: „zum Heulen schön“) bis zu düster-sphärischen Klängen traditioneller, neu arrangierter Melodien und uralter Instrumente wie Drehleier, Handtrommel und Mandola der Gruppe Valravn.

Mit der jungen Sängerin Ragga Gröndal, die zuletzt das Björk-Album mit „It’s oh so quiet“ interpretiert hat, und dem Folk-Geiger Harald Haugaard, der sich an dänischer Spielmannsmusik orientiert, setzt das Festival schon zum Auftakt Akzente. Es gibt Schamanen-Gesang der Samen mit Wimme aus Finnland und die bunten Trolle von Mimmit aus Karelien.

Erstmals wird in diesem Jahr die nordhessische Weltmusikszene ins Festival eingebunden - mit dem Auftritt von Mikado Sphinx. Und auch die Jazznight im Schlachthof wird ins Programm integriert, wenn das schwedische Quintett Oddjob seine CD „Clint“ vorstellt: eine Hommage an den Schauspieler Clint Eastwood. Älter als das Festival ist die Feria de Abril mit der feurigen Musik Andalusiens.

Auch Michael Krath, Pressesprecher der Kasseler Sparkasse, die das Festival fördert und am Auftakt-Wochenende beherbergt, freut sich schon auf die Auftritte in der Bank - nicht nur weil es einfach Spaß macht, wenn sich die Kundenhalle in einen Konzertsaal verwandelt. Krath: „Die Konzerte schärfen das Profil Kassels als weltoffene Stadt.“ In diesem Sinn formuliert das Programmheft: „Hjertelig velkommen til den trettende verdensmusikfestival i Kassel!“ Fotos:  nh

Von Mark-Christian von Busse

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