Panteón Rococó überzeugte mit mexikanischen Ska-Reggae-Rock-Kompositionen

Demokratie zum Tanzen

Mexikanischer Ska mit Rock-, Latin- und Reggae-Einflüssen: Posaunist und Hintergrundsänger Paco Barajas (von links), Sänger Luis Román Ibarra und Saxofonist Missael Oseguera von Panteón Rococó brachten das Publikum im Musiktheater zum Tanzen. Foto: Schoelzchen

Kassel. Die nach oben gestreckte Hand ist zur Faust geballt. „Freedom“, ruft Sänger Luis Román Ibarra ins Mikrofon. Der Bassist und die Gitarristen steigen ein, dann die Schlagzeuger. Schließlich bläst die Friedensarmee mit Posaune und Trompete zum musikalischen Protestmarsch: gegen Rassismus und Gewalt.

300 Zuschauer waren am Sonntag dem Ruf der mexikanischen Combo Panteón Rococó ins Kasseler Musiktheater gefolgt. Sie erlebten eine ausgelassene Band, deren Spielfreude sich auf das Publikum übertrug.

Als Vorband rackerte sich zunächst Illbilly Hitec aus Berlin ab. Für die dröhnende Elektromusik, gepaart mit an Seeed erinnernden HipHop- und Reggae-Einlagen, gab es lediglich Höflichkeitsapplaus.

Frenetischer Jubel hingegen für Panteón Rococó. Mit Doublebass und schnell gespielten Bläsern peitschte die elfköpfige Mexikomannschaft nach vorne und gönnte ihren Zuhörern nur in kurzen Intermezzi Verschnaufpausen, um dann unvermittelt das Tempo wieder anzuziehen. Hart, aber harmonisch waren ihre Stilwechsel, markant gesetzt in allen Songs: Zum Auftakt etwas zum Schunkeln, dann ein schneller Ska-Ritt im Mittelpart, der schließlich in einer Reggae-Rock-Komposition mit Latin-Einflüssen mündete.

Die Songs versprühten Lebensfreude, waren melodisch und tanzbar, obwohl sie den Drogenkrieg in Mexiko und die Politik des Präsidenten Felipe Calderón anprangern. Weniger politisch schließlich ihre Hymne „Das Herz von St. Pauli“, mit der sie vor ihrer Zugabe ihre Liebe zum Hamburger Fußballverein zum Ausdruck brachten.

Vor allem Sänger Luis Román Ibarra war präsent, sprang und hüpfte schweißtriefend über die Bühne, während die Bläser um Posaunist Paco Barajas und Saxofonist Missael Oseguera kleine Choreografien zum Besten gaben. Selten war Demokratie so tanzbar.

Von Stefan Morisse

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