"Der Bozz" in der Hall of Fame

Frankfurter Rapper Azad trat beim Mai-Jam vor 4000 Fans auf

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Trat Samstag erst gegen 1 Uhr auf: Der gefeierte Frankfurter Rapper Azad.

Kassel-Niederzwehren. So groß wie diesmal war der Kasseler Mai-Jam noch nie. 4000 HipHop-Fans wollten Stars wie den Frankfurter Rapper Azad erleben - bis in den frühen Morgen.

Kassel war an diesem Wochenende die Hochburg des HipHop bei der traditionellen Mai-Jam. Rund um die Hall of Fame an der Giesenallee löste eine Rap-Größe die andere von den drei Bühnen ab. Freitag und Samstag gab es jeweils bis in die späten Abendstunden offene Bühnen mit hochkarätigen Acts. Bei den anschließenden After-Show-Partys traten bis in den frühen Morgen Stars wie Onxy aus New York und Creutzfeld & Jakob aus dem Ruhrpott auf.

Höhepunkt am Samstag war das Konzert von Azad aus Frankfurt. Als der 41-jährige Rapper mit kurdischen Wurzeln die Bühne im Zirkuszelt betrat, heizte er das Publikum zu Beginn auf. „Kassel, wollt ihr durchdrehen?“, rief er den altersmäßig gemischten Fans zu und brachte das Zelt wie versprochen zum Beben.

„Leute nicken zu dem Scheiß, bis die Genicke brechen Junge, hör! Dies is nix für schwache Nerven, dies is Mördermucke“, dröhnte es mit lautem Bass durch das Zelt. Die Scheinwerfer schnitten durch die Zuschauer, die ihre Arme in die Höhe streckten und im Rhythmus bouncten. Auch draußen vor dem Zelt wurde zu seiner Musik gefeiert.

Azad ist Meister des Pöbelns 

Als Azad seinen Song „Der Bozz“ performte, rappte er: „Kniet nieder, salutiert, steht stramm. Ihr wisst, dass es hier nur einen geben kann.“ Im Gegenteil: Jetzt stand keiner mehr still. Da wurde gesprungen und gejohlt: „Der Bozz ist back!“ Das begeisterte Publikum in Kassel rappte seine standesgemäß pöbelnden und provozierenden Zeilen textsicher mit. Und na klar, auch hier gab es Rufe nach seinem bereits angekündigten neuen Album. Seine letzte CD „Azphalt Inferno 2“ ist bereits 2010 erschienen.

Auch das Programm der kostenlosen Bühnen unter der Autobahnbrücke konnte sich sehen lassen und begeisterte die Massen. So waren unter anderem Martin Stieber von den Stieber Twins und Rapper Lemur (ehemals Herr von Grau) und Jeru the Damaja aus New York zu sehen.

Vergangenes Jahr wurde der Verein Mai-Jam gegründet. Die Organisatoren des seit 1997 bestehenden Festivals verpflichten nun auch internationale Acts. Für die After-Show-Partys im Zelt musste man bei der bisher ausschließlich kostenlosen Veranstaltung erstmals Eintritt zahlen. Die Idee, „HipHop als Kultur zu wahren“, ist aufgegangen. Nach Schätzung der Veranstalter besuchten 4000 Gäste das Festival. Das ist Rekord.

Von Joséphine Hein

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