"Der Nussknacker" - perfekt getanzt im Opernhaus

Tänzerische Klasse: Szene aus dem „Nussknacker“. Foto: Schachtschneider

KASSEL. Alle Jahre wieder machen sie sich zur Winterszeit auf Reisen und touren durch Deutschland. Die Ballettcompagnien aus dem Osten überschwemmen die Gastspielbühnen mit klassischen Ballettstücken, sei es nun „Schwanensee“ oder Tschaikowskys „Nussknacker“, der jetzt im nahezu ausverkauften Kasseler Opernhaus zu sehen war. Spitzentanz, Pirouetten, Sprünge - das Publikum erhielt auch hier, was es sehen wollte: Klassischen Spitzentanz aus der schier unerschöpflichen russischen Talentschmiede, in diesem Fall vom Bolschoi Staatsballett Belarus, wenn auch nicht aus Moskau, so doch aus dem weißrussischen Minsk.

Die Ballerina schwebt hoch oben auf einem bunten Pferd durch den Bühnenhimmel. Applaus: Die Produktion des Starchoreografen und Staatspreisträgers Valentin Jelisarjew bestach vor allem durch ihre opulente Ausstattung, Kostüme und Bühneprospekte zeigten sich farbenprächtig und glamourös.

Die märchenhafte Geschichte von einem Weihnachtsabend und seiner traumhaften Nacht, den Begegnungen der kleinen Marie mit ihrem magischen Onkel Drosselmeier, dem kecken Nussknacker, den Compagnien von Mäusen und Soldaten überzieht die Bühne mit Bildern voller Eleganz und technischer Tanzperfektion. Eine Welt voller Posen und Pantomimen, großer Gesten, hoher Sprünge und zierlich gedrehter Pirouetten. Das fügt sich unter dem bunt leuchtenden Weihnachtsbaum zu einem weltfernen Szenario, alles so schön und alles so weit weg.

Dabei zeigen sich die vielfach prämierten Solisten der Balletttruppe von unterschiedlicher Präsenz: Vor allem der augenrollende Drosselmeier von Takotschi Matschijama und der lustig hampelnde Nussknacker von Waleria Wapnjarskaja brillieren mit Sprungeleganz und individueller Ausstrahlung. Farblos und blass dagegen der Prinz von Anton Krawtschenko an der Seite der liebreizenden Prinzessin von Ljudmilla Chitrowa. Wie Valentin Jelisarjew den Ballettklassiker dann im zweiten Teil choreografisch erweitert, sich mutig vom Libretto löst, schafft dramaturgische Spannungen.

Von Juliane Sattler

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