Ausstellung: Deutschlands berühmteste Hure

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Der Fotograf und langjährige Freund von "Domenica", Günter Zint, zeigt am Mittwoch (30.03.2011) in Hamburg in der Domenica-Ausstellung im St. Pauli sein Lieblingsbild. Die Ausstellung "Domenica - Ein Leben das nicht reichte" gibt bis zum 30. Juni 2011 Einblicke in das Leben der ehemaligen Prostituierten Domenica Anita Niehoff.

Hamburg - Sie war Deutschlands bekannteste Prostituierte, Medienstar und Streetworkerin: Zwei Jahre nach ihrem Tod erinnern auf St. Pauli eine Ausstellung und eine Wachsfigur an Domenica Niehoff.

Domenica hat es zu Lebzeiten verboten - aber nun, zwei Jahre nach ihrem Tod, sieht die Öffentlichkeit sie doch so: Die Zeichnung von Tomi Ungerer zeigt Deutschlands einst bekannteste Hure, wie sie sich im schwarzen Korsett und mit Zigarette in der Hand, erschöpft aussehend auf einen Tisch stützt. “Sie mochte das Bild nicht, weil sie da ein wenig am Abschlaffen ist. Domenica sah sich nun mal am liebsten als Diva“, sagt ihr langjähriger Weggefährte und Fotograf Günter Zint vom St.-Pauli-Museum.

Das Museum widmet der Ex-Prostituierten und Streetworkerin von diesem Freitag an eine Sonderausstellung. “Domenica - Ein Leben, das nicht reichte“ soll den privaten Menschen hinter dem Medienstar zeigen. Wenige Tage nach der Eröffnung kehrt Domenica dann auch noch als Wachsfigur im Panoptikum auf ihren Kiez zurück - St. Pauli setzt ihr ein Denkmal.

Täuschend echt: Die Wachsfiguren der Stars

Die Jennifer-Lopez-Wachsfigur erfreut sich größter Beliebtheit. © dpa
Ein Verehrer posiert mit einer Rose. © dpa
Lady Gaga aus Wachs (Berlin) trägt einen schwarzen Slip, Netzstrumpfhosen, eine schwarze Sonnenbrille, ein schwarzes Jackett und beigefarbene Stiefel. © dpa
In sieben weiteren Städte können Fans die Figur bewundern: London, Amsterdam, New York, Hollywood, Las Vegas, Shanghai und Hongkong. © dpa
Für die Anfertigung von Hape Kerkelings Figur waren 150 Fotos nötig. © dpa
Die österreichische Sängerin Christina Stürmer präsentiert bei einem Pressetermin "ihre" Wachsfigur. © dpa
Neben Frauenschwarm George Clooney können Besucherinnen als "Braut auf Probe" Platz nehmen. © dpa
Den Angestellten des Museums wäre der echte Clooney sicher lieber. © dpa
Täuschend echt: Sexy Heidi im Wachsfigurenmuseum. © dpa
Wer von beiden ist die Echte? © dpa
Die 1992 verstorbene Schauspielerin Marlene Dietrich in Berlin. © dpa
Ein Kameramann filmt Rihannas Wachsfigur. © dpa
Berlins Bürgermeister und stellvertretender Bundesvorsitzender der SPD Klaus Wowereit neben seiner Wachsfigur im Empfangsbereich des Kabinetts. © dpa
Der in Aachen geborene Star-Geiger David Garrett braucht natürlich auch in Wachs ein Instrument. © dpa
Der Queen-Sänger Freddie Mercury starb an der Immunschwäche-Krankheit Aids. Seine Figur befindet sich im Berliner Wachsfigurenkabinett. © dpa
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Prinzessin Diana im Panoptikum in Hamburg © dpa
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Sie zwinkern nicht, reden nicht und feiern auch keine rauschenden Partys. Auf Fotos sehen sie aber ihren echten Vorbildern täuschend ähnlich: die Wachsfiguren der Stars in den weltweiten Kabinetten. Sehen Sie den Originalen ähnlich? Entscheiden Sie selbst! Foto: Oliver Kahn bei Madame Tussauds in Berlin © dpa
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Sehen Sie hier eine Auswahl der World Wide Wachsfiguren - ohne Ihren Stuhl verlassen oder auch nur einen Cent Eintritt bezahlen zu müssen. Und vergleichen Sie mit den Originalen. Foto: Franz Beckenbauer bei Madame Tussauds in Berlin © dpa
Stefan Raab wurde zu Ehren des zehnten Jubiläums seiner Sendung TV Total in Berlin verewigt.
Stefan Raab wurde zu Ehren des zehnten Jubiläums seiner Sendung TV Total in Berlin verewigt. © dpa
Auch aus der Nähe ist die Ähnlichkeit verblüffend.
Auch aus der Nähe ist die Ähnlichkeit verblüffend. © dpa
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Charles und Camilla bei Madame Tussauds in London © dpa
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Wer hat den besten Papst? Das Panoptikum in Hamburg? © dpa
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Oder das Madrider Museum? © dpa
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Die echten Eltern von Amy Winehouse, Mitch (l) und Janis, mit ihrer falschen Tochter bei Madame Tussauds in London © dpa
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Bill Kaulitz (Tokio Hotel) bei Madame Tussauds in Berlin © dpa
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Britney Spears bei Madame Tussauds in London © dpa
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Michail Sergejewitsch Gorbatschow bei Madame Tussauds in Berlin © dpa
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Saddam Hussein bei Madame Tussauds in London © dpa
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Jennifer "The Butt" Lopez bei Madame Tussauds in London © dpa
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Wer hat den besten Robbie? Madame Tussauds in London? © dpa
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Das Panoptikum in Hamburg? © dpa
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Oder Madame Tussauds in Berlin? Dieser Robbie wird von einer heiratswilligen Verehrerin umschwärmt. © dpa
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Wer hat den originalgetreusten Hitler? Madame Tussauds in Berlin? © dpa
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Oder Madame Tussauds in London? © dpa
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Paris Hilton in einem vorübergehenden Sonder-Outfit anlässlich ihres Gefängsnisaufenthalts bei Madame Tussauds in New York © dpa
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Die echte Paris Hilton mit der falschen in normalem Outfit bei Madame Tussauds in New York © dpa
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Wer hat die beste Kanzlerin? Madame Tussauds in Berlin? © dpa
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Das Panoptikum in Hamburg? © dpa
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Oder Madame Tussauds in London? © dpa
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Wer hat die besten Pitts? Madame Tussauds in Berlin? © dpa
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Oder Madame Tussauds in New York? © dpa
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Der echte Pele mit dem falschen bei der Ausstellung "Pelestation" in Berlin © dpa
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Hans-Dietrich Genscher mit einem kopflosen Helmut Kohl im Panoptikum in Hamburg © dpa
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Herbert Grönemeyer im Panoptikum in Hamburg © dpa
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Der echte Karel Gott mit dem falschen im Karel-Gott-Museum in Jevany bei Prag © dpa
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Wer hat den besten Altkanzler? Madame Tussauds in Berlin? © dpa
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Oder das Panoptikum in Hamburg? © dpa
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Die Beatles bei Madame Tussauds in Berlin © dpa
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David Beckham bei Madame Tussauds in London © dpa
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Beyoncé bei Madame Tussauds in London © dpa
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Michael "Bully" Herbig bei Madame Tussauds in Berlin © dpa
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Elton John von seiner Schokoladenseite bei Madame Tussauds in London © dpa
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Geri Halliwell bei Madame Tussauds in London © dpa
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Kylie Minogue bei Madame Tussauds in London © dpa
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John F. Kennedy bei Madame Tussauds in Berlin © dpa
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Wer hat die beste Romy Schneider? Madame Tussauds in Berlin? © `dpa
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Oder das Panoptikum in Hamburg? © dpa
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Michael Schumacher im Panoptikum in Hamburg © dpa
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Sophie Scholl bei Madame Tussauds in Berlin © dpa
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Henry Maske bei Madame Tussauds in Berlin © dpa
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Nina Hagen bei Madame Tussauds in Berlin © dpa
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Erich Honecker und Willi Brandt bei Madame Tussauds in Berlin © dpa
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George W. Bush mit Brezn bei Madame Tussauds in London © dpa
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Jacques Chirac in Paris © dpa
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Penelope Cruz bei Madame Tussauds in London © dpa
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Günter Grass bei Madame Tussauds in Berlin © dpa
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Der echte Klaus Wowereit mit dem falschen bei Madame Tussauds in Berlin © dpa
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Alice Schwarzer bei Madame Tussauds in Berlin © dpa
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Der echte Peter Maffay mit dem falschen bei Madame Tussauds in Berlin © dpa
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Elvis Presley bei Madame Tussauds in London © dpa
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Steffi Graf bei Madame Tussauds in Berlin © dpa
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Boris Becker bei Madame Tussauds in Berlin © dpa
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Prinz Harry bei Madame Tussauds in London © dpa
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Helmut Kohl bei Madame Tussauds in Berlin © dpa
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Marlene Dietrich bei Madame Tussauds in Berlin © dpa
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Michael Phelps in Peking © dpa
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Ein etwas antiquierter Jürgen Klinsmann 1999 bei der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin © dpa
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Fast wie der echte: Michael Jackson im Panoptikum in Hamburg braucht mal wieder neue Ersatzteile. © dpa

Anita Domenika - noch mit “k“ geschrieben - Niehoff steht auf der Geburtsurkunde, die gleich zu den ersten Ausstellungsstücken im Museum gehört. Es war der Beginn eines bewegenden und bewegten Lebens, das vor zwei Jahren - damals starb sie nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 63 Jahren - zu Ende ging. Biografisch angeordnet sind die 22 Tafeln mit Hunderten Fotos und Dokumenten in dem kleinen Museum nahe Davidwache und Herbertstraße, dem Domenica schon zu Lebzeiten Exponate als Dauerleihgaben überlassen hatte.

Die Bilder zeigen Domenica mit ihren Geschwistern im Waisenhaus, in dem sie viele Jahre verbrachten. Als 17-Jährige traf sie einen erheblich älteren Bordellbesitzer - und blieb zehn Jahre mit ihm zusammen. “Ich wollte die totale Freiheit... Dann lernte ich diesen Mann kennen, und der konnte mir die totale Freiheit nicht geben“, wird sie zitiert.

Die junge Frau landete auf dem Strich und zog schließlich für Hanne Kleine - legendärer Inhaber der Kiezkaschemme “Ritze“ - Anfang der 70er Jahre nach Hamburg. Für ihn ging sie anschaffen und hoffte, seine “erste Frau“ zu werden. “Verliebt und doof“, nannte sie es selbst mal. Sie verließ ihn Jahre später, stand fortan auf eigenen Füßen und wurde bundesweit bekannt - als erste Prostituierte, die sich zu dieser Berufsbezeichnung bekannte und in der Öffentlichkeit für die Rechte ihres Standes einsetzte.

Fotos zeigen sie mit vielen Prominenten. Darunter hängen Briefe von Karl Lagerfeld und Alice Schwarzer. Modeschöpfer Lagerfeld hatte ihr Stolen geschickt und wollte mit einigen Models im Schlepptau “gern mal das Hamburger Nachtleben kennenlernen“.

“Jeder konnte zu ihr kommen, sie hat Promis wie Pennern die Hand gegeben“, sagt Eva Decker, wissenschaftliche Leiterin der Sammlung. Die Ausstellung will mit Klischees aufräumen. “Viele denken zum Beispiel, dass sie sich ihren Namen in Anspielung auf das Wort Domina zugelegt hat“, erläutert die Expertin. “Doch sie war nicht die Peitschen schwingende Domina, dafür hatte sie ein viel zu weiches Herz. Fürs Zuschlagen hatte sie ihre Zofen.“

dpa

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