Schlagzeuger Manu Katché stellt sein neues Album im Kulturzelt Kassel vor

Mit dezentem Druck

Gab für Ikonen wie Sting und Peter Gabriel den Takt an und versteht sich auf minimalen Funk, eleganten Pop und feeligen Jazz: Der französische Schlagzeuger Manu Katché. Foto: Universal

Manu Katché und sein Schlagzeugspiel haben etwas gemeinsam, das Schwerelose und Tänzelnde. Der 51-Jährige, dessen Familie von der Elfenbeinküste stammt, fasziniert mit seinem lässig eleganten, elastisch federnden Gang ebenso wie mit seinem musikalischen Auftritt. Der südöstlich von Paris in Saint-Maur-des-Fossés geborene Katché legt jetzt mit „Third Round“ nach „Neighbourhood“ und „Playground“ sein drittes Album auf dem legendären Label ECM vor. Mit neuer Besetzung und verändertem Sound, den es am 13. August auch bei seinem Auftritt im Kasseler Kulturzelt zu hören geben wird.

Katché, der nach Ballett- und Klavierunterricht im Alter von 15 Jahren die Liebe zum Schlagzeug entdeckte, hat in den vergangenen 25 Jahren Alben von Pop-Ikonen wie Peter Gabriel, Sting und Joni Mitchell mitgestaltet. Gleiches gilt für jazzige Produktionen von Jan Garbarek, Tomasz Stanko und Marcin Wasilewski. Letzterer saß auch bei „Playground“ und „Neighbourhood“ am Piano.

Doch bei der dritten Einspielung hat Katché eine völlig neue Besetzung für das Quartett gewählt, dazu kommen zwei Gäste. „Diesmal wollte ich wirklich etwas anderes machen“, verriet Katché in einem Interview. „Sobald man auch elektronische Texturen einbringt, um die Musik zum Fließen und Schweben zu bringen, kommt auch alles andere in Bewegung.“

Pino Palladino am Bass spielt auf „Third Round“ zweifellos die tragende Rolle. Mit dem walisischen Musiker italienischer Abstammung arbeitet Katché schon seit 25 Jahren zusammen. Er begleitet ihn auch in seiner populären Musiksendung „One Shot Not“, die donnerstags auf Arte zu sehen ist - heute um 23.55 Uhr.

Zum eingespielten Rhythmus-Tandem gesellen sich der englische Pianist Jason Rebello, den Katché von den gemeinsamen Tourneen mit Sting kennt, und der norwegische Saxofonist Tore Brunborg, unverkennbar ein Garbarek-Schüler. Erweitert wird das Klangspektrum durch die Gitarre von Jacob Young und die gedämpften Trompetentöne sowie den Gesang der aus Boston stammenden Kami Lyle.

Gelassen und elegant

„Third Round“ bietet elf entspannte Stücke zwischen minimalem Funk, elegantem Pop und feeligem Jazz. Der dezente Druck, den Katchés Perkussionsarbeit mit dem punktgenauen Bass Palladinos ausübt, zieht das Ensemble mit. Sei es beim stimmungsvollen Opener „Swing Piece“, beim rhythmischen, volkstümlich anmutenden „Being Ben“, der Ballade „Senses“, der Ode „Stay With You“ oder dem Groove „Keep On Trippin’“, bei dem sich Sopransax und Piano gemeinsam durch die Melodie tragen. „Third Round“ ist ein gelassenes, hörenswertes Spiel. Schade, dass es nur knapp 45 Minuten dauert.

Manu Katché: Third Round (ECM). Wertung: !!!!:

Manu Katché tritt am 13. August im Kasseler Kulturzelt auf. Tickets beim HNA-Kartenservice, 0561/203-204.

Von Peter Fritschler

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.