Vier Künstler stellen im Kasseler Kunstbalkon aus

Zwei Frauen, ein Thema: Christine Wassermann (links) und Sabine Stange nutzen Spiegelungen für ihre Arbeiten. Fotos: De Filippo

Kassel. Wer die aktuelle Ausstellung im Kasseler Kunstbalkon besucht, wird selbst zum Teil eines Kunstwerks. Für eine gemeinsame Arbeit von Sabine Stange und Christine Wassermann werden die Gäste mit einer Kamera aufgenommen und erscheinen scherenschnitthaft in einer Projektion.

Die Bewegungen werden stark verlangsamt, Bilder überlagern sich, die Figuren scheinen miteinander in Aktion zu treten. Das passt genau zum Titel der Schau: Wechsel-Wirkungen. Die beiden Künstlerinnen beschäftigen sich intensiv mit dem Thema Spiegelungen. Sabine Stanges Fotografien - allesamt in Los Angeles aufgenommen - zeigen Situationen, die nicht preisgeben, ob es sich um einen Innen- oder Außenraum handelt. Spiegelungen am Boden irritieren, lenken den Blick ab. Eine Arbeit treibt die Täuschung auf die Spitze. Eine Straßenszene, Schaufenster, ein Filmplakat: Alles scheint zu einer einzigen Ebene zu verschmelzen. Was ist Realität, was Spiegelung? Wo ist der Standpunkt des Betrachters?

Christine Wassermann hat für ihre Videoarbeit Szenen am Spreeufer in Berlin aufgenommen. Im Glas eines Gebäudes spiegeln sich Spaziergänger, Ausflugsschiffe und Radfahrer. Der Betrachter sieht die Sequenzen in Zeitlupe - wie unwirkliche Traumbilder.

Herausgerissen aus seinen Tagträumen wird der Besucher von seltsamen Geräuschen. Rauschen. Undeutliche Worte in fremder Sprache. Die Installation von Monika Golla und Nikolaus Heyduck besteht aus zwei Testbildern, die einen Dialog miteinander zu führen scheinen. Inspiriert wurde das künstlerische Duo von dem, was Isländer nach Sendeschluss zu sehen und zu hören bekommen.

Wechsel-Wirkungen: Zum Konzept gehört auch, dass sich die Ausstellung immer wieder verändert. Nach und nach werden Monika Golla und Nikolaus Heyduck in die Raumsituation eingreifen. Seinen Höhepunkt wird die Transformation zur Museumsnacht am 4. September erfahren. Dann wird der Raum mit mehreren Diaprojektoren bespielt.

In den Ecken, an den Wänden, an der Decke des Raumes werden Dias zu sehen sein, die Einwohner Kassels zur Verfügung gestellt haben. Einzelne Erinnerungen werden zur gemeinsamen Installation. Zweimal wird an diesem Abend (ab 19.30 Uhr und ab 23 Uhr) eine Klangcollage zu hören sein.  Bis 12.9. im Kunstbalkon, Quiddestraße 3. Geöffnet vom 1. bis 3.9. von 17 bis 21 Uhr, zur Museumsnacht am 4.9. von 17 bis 1 Uhr sowie vom 8. bis 12.9. von 17 bis 21 Uhr.

Von Pamela De Filippo

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