Die Dichter rocken: Poetry Slam der Rekorde mit Felix Römer

Veranstaltet heute seinen ersten Slam in der Kulturfabrik Salzmann: Felix Römer, der in Berlin und Eschwege wohnt. Foto: nh

Kassel. Vielleicht steht Felix Römer in der nächsten Ausgabe des Guinness-Buchs der Rekorde. Im Juni will der 31-Jährige, der in Eschwege und Berlin lebt, den größten Poetry Slam der Welt organisieren. 3000 Zuschauer sollen dann im Tempodrom in der Hauptstadt den Texten der Dichter zuhören und am Ende über den Sieger abstimmen.

Das Massenereignis zeigt, dass die Slam-Szene gerade boomt. Davon war in Kassel bislang nicht viel zu spüren. Der Literat Wolfgang K. Fiege hat mit seinem Dichterwettstreit in den vergangenen sechs Jahren zwar die Kulturfabrik Salzmann stets voll gemacht, nach der 26. Ausgabe hat er sich als Organisator aber zurückgezogen - auch aus Enttäuschung darüber, dass kaum heimische Schreiber ihre Texte vortragen wollten.

Das will Römer ab heute ändern. Jeden ersten Samstag im Monat veranstaltet er abwechselnd bei Salzmann und im K 19 die Lese-Schlacht, die nun Slamrock heißt. Zuletzt dozierte er an der Uni über die schrille Dichterszene, außerdem gab es einen Studenten-Slam.

Der neu rekrutierte Nachwuchs könnte heute auch in der Kulturfabrik auf der Bühne stehen, wo er auf bekannte Gast-Slammer träfe. Die 17 Jahre alte Berlinerin Josefine Berkholz wurde im vergangenen Jahr Zweite bei den deutschsprachigen Meisterschaften, und Wolf Hogekamp gilt als einer der deutschen Vorreiter, seitdem er 1994 an der Spree die älteste Slam-Reihe des Landes begründete.

Vielleicht kann der Moderator Römer mit seinem Slamrock in Kassel ebenfalls eine Tradition begründen. Der ehemalige Türsteher zeigt viel Initiative. Sonntags nach den Wettbewerben gibt es in der Szenekneipe Mutter After-Slam-Lesungen mit Römer und Gästen. An Inspiration fehlt es dem Organisator nicht: Derzeit spielt er am liebsten mit seinem wenige Monate alten Sohn. Die Laute des Jungen klingen fast wie Poesie.

Slamrock: Heute, 21 Uhr, Kulturfabrik Salzmann. Anmeldung unter mail@felixroemer.de, After-Slam-Lesung am Sonntag, 20 Uhr in der Mutter, Bunsenstraße 15.

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