Neu im Kino: Der Drehbuchautor Guillermo Arriaga überfrachtet sein Regiedebüt „Auf brennender Erde“

Ein dichtes Netz des Schicksals

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Innige Momente: Charlize Theron als Sylvia und Joaquim de Almeida als Nick in „Auf brennender Erde“.

Auf die erste Regiearbeit von Guillermo Arriaga durfte man gespannt sein. Schließlich hat der Mann die Drehbücher zu Alejandro González Iñárritus ersten drei Filmen „Amores Perros“, „21 Gramm“ und „Babel“ geschrieben, die mit ihrer verschlungenen Erzählweise das Gegenwartskino stark beeinflusst haben.

Während Iñárritu sich in seinem letzten Film „Biutiful“ mit einer linear erzählten Geschichte von dem gemeinsamen Konzept abwendete, bleibt Arriaga in „Auf brennender Erde“ seiner dramaturgischen Herangehensweise treu.

Am Anfang steht mitten in der Wüste ein Wohnwagen in Flammen, und dieses Bild ist das dramatische Epizentrum des Filmes, zu dem die einzelnen Erzählebenen hinstreben, um sich zu verbinden.

Aus der flirrend heißen Wüste katapultiert sich der Film ins kühle, verregnete Seattle, wo Sylvia (Charlize Theron) als Geschäftsführerin eines Restaurants ein glückloses Leben zwischen leidenschaftsfreien One-Night-Stands und körperlichen Selbstzerstörungen führt. Derweil stürzt in Mexiko ein Flugzeug ab, und die Tochter des schwer verletzten Piloten macht sich gemeinsam mit dem Freund des Vaters auf die Suche nach ihrer Mutter, die die Familie kurz nach der Geburt verlassen hat.

In einem weiteren Erzählstrang beginnt die amerikanische Hausfrau Gina (Kim Basinger) eine außereheliche Affäre mit dem Mexikaner Nick (Joaquim de Almeida), mit dem sie sich in einem Wohnwagen trifft, der abgelegen in der Wüste steht. Auf einer anderen Zeitebene fühlen sich die junge Mariana (Jennifer Lawrence) und Santiago (J. D. Pardo) zueinander hingezogen, nachdem die Mutter des Mädchens und der Vater des Jungen in eben jenem Wohnwagen durch einen Brand ums Leben gekommen sind.

Auf verschiedenen Zeit- und Raumebenen werden die Geschichten miteinander zu einem schicksalhaften Geflecht verknotet. Die Bilder des Kameramannes Robert Elswit („There Will Be Blood“) sind von erlesener Eindringlichkeit, und auch das erstklassige Ensemble gibt sein Bestes. Aber in seinem engmaschigen Netz des Schicksals, das auf recht katholische Weise Reue, Vergebung und Erlösung miteinander verbindet, bleiben den Charakteren und der Geschichte letztlich zu wenig Raum zum Atmen.

Genre: Drama

Altersfreigabe: ab 12

Wertung: !!!::

www.hna.de/kino

Von Martin Schwickert

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