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Die Compagnie stadTheater präsentierte „Macbeth. Hexen“

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Von: Bettina Wienecke

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Es endet im Boxring: Die Sopranistin Matilde Fratteggiani Bianchi (vor einem Video mit dem Mund von Sascha Weipert) beobachtet das Spiel von Katja Steuer, Carolin Maiwald (hier als Macbeth) und Susanne Menner (von links).
Es endet im Boxring: Die Sopranistin Matilde Fratteggiani Bianchi (vor einem Video mit dem Mund von Sascha Weipert) beobachtet das Spiel von Katja Steuer, Carolin Maiwald (hier als Macbeth) und Susanne Menner (von links). © Bettina Wienecke

Die Compagnie stadTheater präsentierte „Macbeth. Hexen“ im Kulturhaus Dock 4. Autor und Regisseur Petr Manteuffel integriert auch Verdi und Texte aus „Hamlet“.

Kassel – Die Tragödie „Macbeth“ von William Shakespeare hat den Mediziner und Theaterregisseur Petr Manteuffel, der in Kassel, Berlin und Prag lebt, schon immer fasziniert. Die Compagnie stadTheater, die er mitgegründet hat, zeigt sein Stück „Macbeth. Hexen“, bei dem Oper auf Schauspiel trifft. Drei großartige Darstellerinnen aus Berlin und die begnadete Sopranistin Matilde Fratteggiani Bianchi, die in Berlin und in Perugia (Italien) lebt, brachten es im Kulturhaus Dock 4 auf die Studiobühne Deck 1.

Zunächst sind Gesangsübungen aus dem Off zu hören, dann erscheint die Sopranistin. Immer wieder tritt sie kurz auf. Sie stimmt zwei Arien aus Verdis Oper „Macbeth“ an und begeistert auch mit John Dowlands „Flow My Tears“. Susanne Menner kommt aus dem Publikum auf die Bühne, Katja Steuer und Carolin Maiwald tauchen aus riesigen karierten Tragetaschen auf. Die Schauspielerinnen werden zu den Hexen, die mit ihrer Prophezeiung Macbeth auf die Idee bringen, neuer König zu werden.

„Ich möchte Königin sein“, sagt eine von ihnen. Durch die Weitergabe des Rings, den der alte König der Lady Macbeth, die später eine Mordserie in Gang setzt, geschenkt hatte, tauschen die Spielerinnen die Rollen. Petr Manteuffel kürzte die Handlung und ergänzte Auszüge aus Shakespeares Schauspiel „Hamlet“ und aus der Ballade von der schönen Helmschmiedgattin von François Villon. Auch für Schmunzler sorgte er. Auf der Leinwand erscheint der Schauspieler Sascha Weipert als strubbelhaariger Psychiater mit schlapper roter Fliege. „Danke für die Überweisung der Patientinnen“, sagt er im ersten Video. Der feige Überfall auf Macbeths Mitstreiter Banquo wird wie ein Fußballspiel kommentiert, Macbeth steht am Ende im Boxring.

Für das moderne und vielschichtige Stück gab es viel Applaus.

Von Bettina Wienecke

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