Premiere für das Märchenmusical „Lost - Hänsel und Gretel“ auf Siebenbergen

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Der Regisseur und seine Hauptdarsteller

Kassel Auf der Blumeninsel Siebenbergen gehen ab Donnerstag zwei Kinder verloren - und bauen vielleicht eine bessere Welt. Das Brüder-Grimm-Festival strebt seinem Höhepunkt entgegen: der Premiere des Märchenmusicals „Lost - Hänsel und Gretel“ (20 Uhr), geschrieben von Michael Fajgel.

Wir trafen ihn und die Hauptdarsteller beim Proben.

Der Regisseur und seine Hauptdarsteller

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Das Märchenmusical läuft vom 7. Juli bis 7. August auf der Insel Siebenbergen, nahe Auedamm.

Vorstellungen: Mittwoch bis Freitag, 20 Uhr, Samstag 18 und 21.30 Uhr, Sonntag 15.30 und 20 Uhr.

Karten: Theater im Centrum, Akazienweg 24, 0561-7018722, Ticketshop Komödie, Fr.-Ebert-Str. 42, 0561-18383.

Regisseur und Autor Michael Fajgel, 53, leitet das Musicaltheater tic in Kassel. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. Fajgel ist in Hannover geboren und lebt seit 1987 in Kassel. „Lost - Hänsel und Gretel“ ist sein viertes Grimm-Musical für die Insel Siebenbergen. Seine Frau Loreen ist für die Choreografien zuständig.

Denise Vilöhr, 22, spielt die Gretel. Die ledige Hernerin hat ihre Musicalausbildung in Osnabrück gemacht. Sie lebt in Bremen und steht dort unter anderem mit einer Schlagerrevue auf der Bühne.

Tim Müller, 28, ist Aachener und lebt ledig in Köln. Nach der Musicalausbildung in München ist er seit fünf Jahren im Geschäft. Aktuell probt er noch in Hildesheim.

Wie sind Sie auf die Idee für Ihr viertes Märchenmusical gekommen?

Michael Fajgel: Die Kasseler Insel passt zu dieser Fernsehserie „Lost“, von der ich alle sechs Staffeln gesehen habe. Ich war hier und hatte den Gedanken an das Verlorengehen im Kopf. Dazu passt dann das Märchen von Hänsel und Gretel.

Erklären Sie bitte die Grundidee von „Lost“ für die, die den Stoff nicht kennen.

Fajgel: Man muss die Serie nicht kennen, um das Stück zu verstehen. Menschen gehen darin bei einem Flugzeugabsturz auf einer Insel verloren.

Und hier sind es zwei Kinder.

Fajgel: Die Insel ist für sie scheinbar ein Schlaraffenland. Denn hier gibt es einen Rummelplatz. Ein Knusperhäuschen gibt es auch. Aber wir haben keine Hexe. Sondern eine ältere Dame, die Kinder für sich arbeiten lässt. Alle elternlos.

Ist das Stück dieses Jahr besonders ernst?

Fajgel: Auch. Es wird viel über das Thema gesungen.

Denise Vilöhr: Genau wie darüber, niemals erwachsen werden zu wollen.

Fajgel: Den Kindern wird am Ende die Insel gehören, jedenfalls für eine Weile. Sie singen davon, dass Eltern sie nicht dauernd bewerten und benoten sollen. Wir machen natürlich auch viel Quatsch, aber das Stück hat durchaus ernste Seiten.

Wie klingt die Musik?

Fajgel: Roland Oumard hat Popballaden geschrieben, es gibt aber auch eine tolle Kung-Fu-Fighting-Nummer und ein Stück, das nach Musical klingt.

Tim Müller: In einem Moment träumen wir, dann haben wir aber auch eine richtige James-Bond-Nummer.

Wie hat sich das Brüder-Grimm-Musical entwickelt im vierten Jahr, was ist neu?

Fajgel: Unsere Bühne hat einen anderen Aufbau, sie hat die Form eines Landungspiers und ist so besser zu bespielen. Außerdem schaffen wir so mehr Zuschauerplätze.

Was ist für Sie als Darsteller das Besondere am Stück?

Vilöhr: Wie Bruder und Schwester zusammenhalten.

Müller: Ich muss ja immer auf meine kleine Schwester aufpassen. Der Hänsel hat einen Beschützerinstinkt, will aber auch Detektiv sein.

Vilöhr: Gretel ist viel ängstlicher, aber auch frech.

Wie ist es, Kinder zu spielen?

Vilöhr: Das macht Spaß. Man kann alles entdecken, ist neugierig, kann lernen. Jeder war mal Kind und weiß noch, wie das ist.

Müller: Wir sehen ja auch noch jung aus. Jedenfalls, wenn ich meinen Bart abrasiert habe.

Vilöhr: Bei Kindern merkt man sofort, wenn etwas nicht authentisch ist. Kinder sind superehrlich. Das ist schön zu spielen.

Aber ein Liebesduett haben Sie nicht.

Vilöhr: Das braucht das Stück auch nicht. Unser größter Moment ist das Duett auf der Schiffsschaukel, wo wir singen, dass wir nie erwachsen werden wollen.

Müller: Das ist sehr pur, sehr minimalistisch. Roland Oumard hat das sehr schön komponiert.

Vilöhr: Vielleicht ist das etwas, das sich Erwachsene auch wünschen.

Von Bettina Fraschke

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