Interview: Die Pop-Sängerin Kylie Minogue über ihr neues Album, die Mode und den Krebs

Pop-Sängerin Kylie Minogue: Bin keine Sexgöttin

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Kylie Minogue

Auch das elfte Studioalbum von Kylie Minogue ist gelungen. Auf dem heute erscheinenden „Aphrodite“ bietet die 42 Jahre alte Sängerin klassischen, überwiegend temporeich vorgetragenen Pop. Wir sprachen mit der Australierin, die seit mehr als 20 Jahren im Geschäft ist, in London.

Kylie, „Aphrodite“ ist die griechische Göttin der Liebe, der Schönheit und der Lust.

Kylie Minogue: (zieht die Augenbrauen hoch) Und?

Fühlen Sie sich wie Aphrodite?

Minogue: (lacht) Nein, höchstens ganz selten mal. Als Liebes- oder gar Sexgöttin sehe ich mich nicht unbedingt. Vielleicht tauge ich eher als Liebesbotin. Ich bin überzeugt, dass sich schon viele Paare gefunden haben, während sie meine Musik hörten. So ganz unsexy sind meine Songs ja nicht.

Zur Person

Kylie Minogue wurde am 28. Mai 1968 in Melbourne geboren und spielte schon als Elfjährige in der australischen TV-Serie „The Sullivans“. Zum Teenie-Idol wurde sie an der Seite von Jason Donovan in der Soap „Neighbours“, ehe sie sich Ende der 80er von den Produzenten Stock, Aitken und Waterman seichte Pop-Hits wie „I Should Be So Lucky“ schreiben ließ. Als ernst zu nehmende Künstlerin wurde sie erst angesehen, als sie in den 90ern mit Stars wie Nick Cave zusammenarbeitete. Minogue hatte sich den Status einer Disco-Königin erarbeitet, als 2005 bekannt wurde, dass sie Brustkrebs hat. Eineinhalb Jahre später kehrte sie ins Show-Geschäft zurück. Die 42-Jährige lebt mit ihrem Freund in London. (mal)

Sind Sie ein Mensch, der immer an die Liebe geglaubt hat?

Minogue: Natürlich. Ja. Ich bin mir sicher, dass die Liebe existiert. Sogar die ewige Liebe. Ich denke dabei zuerst an meine Neffen, die Kinder meines Bruders Brendan. Ich werde diese Jungs immer lieben, überhaupt ist die Liebe zu meiner Familie sehr stark.

Und wie sieht es mit der Liebe innerhalb von Beziehungen aus?

Minogue: Das ist nicht ganz so einfach. Man braucht viel Glück, um den Menschen zu finden, mit dem man für den Rest seines Lebens zusammen sein will. Manchen gelingt es, ihren Seelenverwandten zu finden. Anderen gelingt es nicht. Die Liebe ist wie eine Lotterie.

Viele Nieten und ein Hauptgewinn?

Minogue: Viele Nieten, ein Hauptgewinn und mehrere kleine Gewinne.

Sie sind seit zwei Jahren mit dem spanischen Model Andres Velencoso Segura liiert. Ist er der Hauptgewinn?

Minogue: Sagen wir: Ich habe ziemlich viele Zahlen richtig.

Sie interessieren sich sehr für Mode. Wie sehr fühlen Sie sich als Stilikone?

Minogue: Ich bin mir bewusst, dass mein Stil für manche Menschen eine gewisse Bedeutung hat.

Wie ist Ihr aktueller Modegeschmack?

Minogue: Schwierig. Ich kann mich nicht für einen Look entscheiden. Ich mag Vielseitigkeit - in meinem Kleiderschrank wie in meinem Leben. Ich mache nicht jeden Tag die gleichen Dinge, weshalb ich nicht der verlässlichste Mensch der Welt bin. Ich kann mich nicht gut verabreden - bis zum Termin kämen zig andere Dinge dazwischen. Die positive Seite ist: Ich bin spontan. Wenn wir uns morgen hier träfen, hätte ich garantiert etwas anderes an. Vielleicht ein Businesskostüm oder ein Hippiekleid. Das wüsste ich jetzt noch nicht. Was ich anziehen will, weiß ich immer erst morgens.

Sie engagieren sich in Wohltätigkeitsorganisationen gegen Krebs. Ist es sehr wichtig für Sie, Aufmerksamkeit auf diese Krankheit zu lenken, da Sie vor fünf Jahren selbst an Brustkrebs erkrankten?

Minogue: Definitiv. Ich hatte schon an Brustkrebs-Charitys teilgenommen, bevor ich krank wurde. Selbstverständlich ist diese Sache durch meine eigene Geschichte noch viel wichtiger geworden. Insbesondere will ich aufzeigen, dass man es schaffen kann. Dass man den Krebs überstehen kann. Ich glaube, es ist gut, diese Ermutigung zu bekommen von jemandem, der selbst durch die Hölle Krebs gegangen ist.

„Aphrodite“ ist bei Emi erschienen.

Von Steffen Rüth

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