HipHop-Star Busta Rhymes in der documenta-Halle

Ultraschnell: US-Rapper Busta Rhymes. Archivfoto: dpa

Kassel. Ob der Veranstalter für das Konzert der Rap-Ikone Busta Rhymes die documenta-Halle als Veranstaltungsort wegen ihrer massiven Bauweise gewählt hatte?

Die Bassfrequenzen hätten die Eissporthalle wahrscheinlich in eine aufgerollte Fischdose verwandelt. Wütend und lautstark gurgelten die tiefen Frequenzen durch die Säle und Gänge und versorgten den gut besuchten HipHop-Jam mit aggressiver Partynahrung.

Die Jungs in weiten Hosen und Sneakers, die Mädchen in knallengen Stretchjeans und Pumps. Streetwear-Schaulaufen über den Bodenasphalt, und ab und zu flogen die Bierbecher und die Fäuste.

Nach vier Stunden Aufwärmen war es soweit. Als Mitglied der legendären Flipmode Squad und der Leaders Of The New School begann Busta Rhymes in den 90ern das Erbe der Polit-Rapper Public Enemy zu verwalten. Seine Markenzeichen: ultraschnelle Raps, sonores Shouting und eine expressive Mimik. Er ist mittlerweile 38, wirkt ruhiger und versprüht nicht mehr so viel Gangsta-Image wie noch vor zehn Jahren.

Doch seine Bühnenpräsenz und Energie lässt es immer noch auf jeder Tanzfläche wild brodeln, und er ist ein Meister der Kontaktaufnahme zum Publikum. Wenn auch die Aufforderung „And now listen to my Lyrics“ wohl eher rhetorisch gemeint war. Denn bei der Sprachgeschwindikeit hätte man selbst auf Deutsch und mit Kopfhörer nicht folgen können.

Rap-Partner Spliff Star, genau wie Rhymes schon mit Drogen- und Tötungsdelikten in seinem Lebensumfeld konfrontiert, sorgte mit dem sehr guten DJ Scratchatur für richtig gute Partystimmung. Inklusive Sektdusche und kräftigem Mitsingen. Die Erinnerung an die Zeit, wo Crews wie A Tribe Called Quest, Wu-Tang Clan und Del La Soul auch kommerziell Erfolge einfuhren, und das nicht immer zur Freude ihrer Fans, schimmerte immer mal wieder durch die aktuellen Reime und Beats. Viel Begeisterung für ein langes HipHop-Event in relativ ruhiger Atmosphäre.

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