Diese Monster altern nicht: Die US-Band Kiss rockt wieder

Für Kiss ist jeder Tag Karneval: Die Gitarristen Tommy Thayer (von links) und Paul Stanley, Bassist und Sänger Gene Simmons sowie Schlagzeuger Eric Singer. Foto: Universal

Mehr als 100 Millionen verkaufte Alben, fast 40 Jahre Bandgeschichte und unzählige ausverkaufte Welttourneen: Die Musiker von Kiss sind die Platzhirsche des Gitarren-Rock. Zuletzt war es etwas ruhiger um die Hardrocker geworden, aber jetzt hat sich die schrille Formation mit ihrem 20. Studioalbum zurückgemeldet.

Der Titel ist Programm: „Monster“. „Das könnte nie der Albumtitel von einem Pop-Sternchen wie Justin Bieber sein. Wir wollten keine Kompromisse machen, sondern zeigen: Das ist unser Territorium“, sagt Sänger und Bassist Gene Simmons. „Das Album ist ein heftiger Tritt in die Eier.“

Simmons und sein Gesangskollege und Gitarrist Paul Stanley sind die einzigen, die aus der 1973 in New York gegründeten Original-Besetzung noch dabei sind. 63 und 60 Jahre alt sind sie inzwischen - aber trotzdem könnten sie es jederzeit mit jüngeren Musikern aufnehmen, da ist sich Simmons sicher: „Die staunen über uns.“ Kiss seien eben immer noch „eine der größten Bands der Welt“.

Mit „Monster“ kehren die Rock-Dinosaurier zu ihren Ursprüngen zurück. Das Album bietet wenig Experimente - was alteingesessene Kiss-Fans freuen dürfte - sondern soliden Gitarren-Rock. Es kommt mal sehr rockig („Hell Or Hallelujah“), mal melodiöser („Back To The Stone Age“), mal etwas ruhiger („Long Way Down“) und mal düster („The Devil is Me“) daher. Der ein oder andere Song wie etwa „Take Me Down Below“ hat durchaus Hymnen-Charakter. Alles klingt mitreißend, leidenschaftlich - und sehr nach Kiss.

In den USA ist „Monster“ bereits überschwänglich gefeiert worden. „Ein Album mit dickem Sound und großem Herz über Partys und die Liebe, aufgenommen von Musikern in ihren frühen Sechzigern mit einem überraschenden Maß an Bissigkeit“, lobte die „Washington Times“.

Den Biss werden sie so schnell nicht verlieren. Kurz vor ihrem 40. Bandjubiläum, das 2013 ansteht, denken die Musiker noch lange nicht ans Aufhören, sagt Simmons. „Wenn man gerade auf einer richtig guten Party ist und sich total gut amüsiert, will man doch auch nicht gehen.“ (dpa)

Kiss: Monster (Universal). Wertung: vier von fünf Sternen

Von Christina Horsten

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