Der ehemalige documenta-Künstler Anish Kapoor baut das Wahrzeichen für Olympia 2012 in London

Diese Posaune soll Spaß machen

Ob das hält? Anish Kapoors Entwurf für seine 115 Meter hohe Orbit-Konstruktion neben dem Olympiastadion in London. Fotos: dpa

Ohne documenta-Künstler kommt Olympia nicht mehr aus. Für die Spiele in Peking 2008 ließ China Ai Weiwei das Vogelnest-Stadion mitentwerfen. Nun hat London seine Pläne für 2012 vorgestellt, die von einer 115 Meter hohen Konstruktion des Künstlers Anish Kapoor überragt werden.

Der in Indien geborene Bildhauer, der seit 1972 in der britischen Hauptstadt lebt, war 1992 einer der Stars der documenta IX: In seinem Beton-Kubus blickte man in ein schwarzes Loch - auf dem Kasseler Friedrichsplatz bildeten sich lange Schlangen.

Wenn die Olympia-Organisatoren in die Zukunft schauen, sehen sie ebenfalls begeisterte Menschen. Bürgermeister Boris Johnson will London mit Kapoors „Mutantenposaune“ zum „Spaß-Epizentrum des Universums“ machen. Offiziell heißt die Skulptur des 56 Jahre alten Turner-Preisträgers „ArcelorMittal Orbit“. Die ineinander verdrehten Stahlstreben erinnern an eine orientalische Wasserpfeife, Kapoor will aber vor allem Assoziationen zum Turmbau zu Babel wecken.

Finanziert wird das 21,5 Millionen Euro teure Bauwerk neben dem Olympiastadion zum großen Teil vom indischen Stahl-Magnaten Lakshmi Mittal, der als fünftreichster Mann der Welt gilt und das Rohmaterial für den Bau praktischerweise gleich mitspendet. In luftiger Höhe soll es eine Aussichtsplattform, ein Restaurant und einen Ausstellungsraum geben.

Nicht alle sind jedoch begeistert. Die „Daily Mail“ urteilte, der Entwurf sehe aus wie das Ergebnis einer „katastrophalen Kollision zweier Kräne auf der Olympia-Baustelle“. Hoffentlich ergeht es dem Kunstwerk nicht wie Ai Weiweis „Template“ bei der documenta 12 vor drei Jahren: Der Turm krachte bei einem Sturm zusammen. (mal/dpa)

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